Drogen-Mogul droht lange Haftstrafe

Die Vorwürfe gegen den 46-jährigen Fröndenberger sind schwerwiegend.
Die Vorwürfe gegen den 46-jährigen Fröndenberger sind schwerwiegend.
Foto: imago stock&people imago
46-Jähriger betrieb in Fröndenberg unter anderem eine Marihuana-Plantage. Prozess-Auftakt vor dem Landgericht in Hagen.

Fröndenberg/Hagen.  Am Landgericht Hagen ist das Verfahren gegen einen 46-jährigen Fröndenberger eröffnet worden.

Dem Mann wird unter anderem unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln vorgeworfen – und zwar in so großem Stil, dass den 46-Jährigen im Falle einer Verurteilung eine mehrjährige Haftstrafe erwartet.

177 Kilogramm Heroin

In insgesamt sieben Fällen soll der 46-Jährige von 2012 bis März 2016 „in großem Umfang an der Organisation und Durchführung von Drogentransporten zwischen der Türkei und Deutschland, sowie zwischen den Niederlanden und der Türkei beteiligt gewesen“ sein, heißt es seitens des Landgerichtes. Bei den einzelnen Transporten soll es sich beispielsweise um 177 Kilogramm Heroin und 400 000 Ecstasy-Tabletten gehandelt haben – Rauschgift mit einem Verkaufswert im Millionen-Bereich. „Die 177 Kilogramm Heroin waren in 337 Tüten zu jeweils 500 Gramm verpackt und in Taschen gelagert worden“, erklärt Jens Berndt, Sprecher am Landgericht Hagen.

In der Wohnung des Angeklagten in Fröndenberg wurde zudem eine Marihuana-Plantage mit 3,6 Kilogramm Marihuana sichergestellt. Auch soll er in zwei Fällen mit Schusswaffen und Munition gehandelt haben.

Selbst für die Hagener Instanz kein alltäglicher Fall: „Das sind in der Tat sehr große Mengen“, befindet Berndt und auch das Verfahren ordnet der Gerichtssprecher als „sehr groß“ ein, schließlich habe das Bundeskriminalamt knapp zwei Jahre an dem Fall ermittelt. Sogar die Handytelefonate des 46-Jährigen seien während der Ermittlungen überwacht worden.

Umzug nach Wuppertal möglich

Das Strafmaß sei zwar noch nicht abzusehen, „aber wenn das, was in der Anklage steht, alles stimmt, dann wird es eine mehrjährige Haftstrafe geben“, schätzt Berndt.

Seit dem 1. März dieses Jahres sitzt der Angeklagte Fröndenberger in Untersuchungshaft. Seine Festnahme erfolgte in Lüdenscheid.

Da der Angeklagte auch in den Niederlanden, der Türkei sowie in Österreich aktiv gewesen sein soll, könnte es auch nötig sein, Zeugen aus diesen Ländern vor Gericht zu hören.

Damit nicht alle Zeugen extra die Reise nach Südwestfalen antreten müssen, ziehe man sogar eine Videovernehmung in Erwägung. Der Gerichtssprecher erklärt: „Wir haben zwar in Hagen die technische Möglichkeit dazu, aber das Wuppertaler Landgericht hat wesentlich besseres Equipment als wir. Es könnte sogar sein, dass es auch Verhandlungstage in Wuppertal geben wird.“

 
 

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