DORV-Laden kann sich rentieren

UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer beim Informationsabend zum DORV-Projekt in Ardey
UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer beim Informationsabend zum DORV-Projekt in Ardey
Foto: Lück

Ardey.  Die Zukunftsplanungen für das Ardeyer Gemeindehaus werden konkret: Ein Informationsabend über das Projekt DORV mit einer Nahversorgung und Dienstleistungen stieß am Donnerstag auf großes Interesse. Und es wurde klar: Das Motto „Alles unter einem Dach“ kann wirtschaftlich funktionieren.

Mit fast 150 Bürgern war der Gemeindesaal bis in die letzten Ecken gefüllt. Die Unnaer Kreis- Bau- und Siedlungsgenossenschaft (UKBS), der das Gebäude seit dem 1. Juli gehört, hat mit dem in Jülich-Barmen gestarteten und mittlerweile deutschlandweit tätigen Projekt DORV (Dienstleistung und ortsnahe Rundumversorgung) einen Partner gefunden, mit dem man sich eine Zusammenarbeit vorstellen kann. „Ein hochinteressantes Experiment“ nannte es UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer.

Die DORV-Pionierarbeit

Nach dem Verschwinden sämtlicher Infrastruktur in Jülich-Barmen wurde auf Bürgerinitiative ein Dorfzentrum mit unter anderem Tante-Emma-Laden, Arztpraxis und Außenstelle der Stadtverwaltung aufgebaut. Das ganze ist mittlerweile nicht nur Mittelpunkt des dörflichen Lebens und Treffpunkt von Vereinen, sondern wirft auch einen ordentlichen Gewinn ab.

Bestandsaufnahme in Ardey

Zwei Dinge stellte DORV-Projektleiter Jürgen Spelthann heraus: „Die Initiative muss aus der Dorfgemeinschaft kommen, wir stehen dann beratend zur Seite. Und wenn es los geht, stimmen die Bewohner tagtäglich mit den Füßen über Erfolg und Misserfolg ab.“

Spelthann und sein Team haben in Ardey eine Bestandsaufnahme erstellt. Bevölkerungsgröße und -entwicklung, Altersstruktur, Entfernung zu den nächsten Supermärkten und noch vorhandene In-frastruktur kommen darin vor. Die Ergebnisse zeigen, dass ein Dorfzentrum durchaus gewinnbringend wirtschaften kann.

Geplant wird der Laden mit einer Vollzeitstelle und zwei 400-Euro-Kräften, darüber hinausgehende, aber eventuell sinnvolle Leistungen wie ein Lieferservice – etwa für Senioren wegen der schwierigen Topographie und langer Wege im Ortsteil – könnten über Ehrenamtliche gestemmt werden. Die Frischetheke sei das Premiumprodukt des Versorgers und größter Gewinnbringer. Weiter müssten lokale Produzenten ins Boot geholt werden, ebenso vorhandene Institutionen und Vereine.

Diskussionen im Anschluss

Eine rege Diskussion entwickelte sich im Anschluss unter den Zuhörern, in der auch die Frage nach Alternativen laut wurde. Matthias Fischer von der UKBS stellte hierzu klar: „Wir sind sehr an diesem Projekt interessiert. Klappt es nicht, müssen wir das Haus aufgeben oder über eine andere Nutzung nachdenken.“ Hinter dem letzten Gedanken verbergen sich wohl Möglichkeiten, die weniger im Sinne der Ardeyer Dorfgemeinschaft wären. Denn eines wurde deutlich: Wirtschaftlichkeit steht verständlicherweise an erster Stelle für die Beteiligten.

Abschließend wurden Fragebögen verteilt, mit denen sich die Ardeyer nun für die Mitarbeit in einer Lenkungsgruppe melden können. Nach deren erstem Treffen soll dann bei möglichst allen Bewohnern das Interesse an dem neuen DORV-Zentrum abgefragt werden. Danach könnte die konkrete Planung zur Finanzierung oder Raumbelegung beginnen.

 
 

EURE FAVORITEN