Bahn bleibt beim Tunnel

Der Bahnübergang in der Stadtmitte. Die Bahn pocht auf einen alten Vertrag und will hier einen Tunnel bauen.
Der Bahnübergang in der Stadtmitte. Die Bahn pocht auf einen alten Vertrag und will hier einen Tunnel bauen.
Foto: WP
„Für uns gibt es derzeit keinen Grund, von der Unterführung abzurücken.“ Das sagt ein Sprecher der Deutschen Bahn, der erfahren hat, dass die Fröndenberger SPD am Tunnel zwischen Rathaus und Markt rüttelt und lieber den gegenwärtigen Zustand erhalten will.

Fröndenberg.. „Für uns gibt es derzeit keinen Grund, von der Unterführung abzurücken.“ Das sagt ein Sprecher der Deutschen Bahn, der erfahren hat, dass die Fröndenberger SPD am Tunnel zwischen Rathaus und Markt rüttelt und lieber den gegenwärtigen Zustand erhalten will.

Der Bahn-Sprecher begründet auch, warum das Unternehmen auf den Tunnel unter der Bahnlinie pocht: „Sonst müssten die Deutsche Bahn, der Landesbetrieb Straßen.NRW und die Stadt Fröndenberg beträchtliche Fördermittel zurückzahlen.“ Mittel, die schon geflossen sind, bevor das Bauprojekt überhaupt gestartet ist. „Planung kostet auch Geld“, heißt es bei der Bahn.

Es könnte, würde man die Pläne über den Haufen werfen, auch noch teurer werden: Denn seit 1989 gibt es eine Vereinbarung zwischen der Bahn, der Stadt und Straßen.NRW, die den Tunnel eng mit dem Anfang der 90er Jahre für den Verkehr freigegebenen Überwurf verknüpft. Zurzeit wird geprüft, ob auch Mittel für das Millionenprojekt Überwurf zurückgezahlt werden müssen, wenn der Tunnel nicht gebaut wird.

Die SPD-Fraktion hatte zuletzt behauptet, dass eine Änderung der alten Vereinbarung „nach rechtlicher Prüfung“ erfolgversprechend erscheine, und den Bürgermeister beauftragt, mit Bahn und Straßen.NRW über den Erhalt des Status quo zu verhandeln. Am Mittwoch, 7. Dezember, steht der SPD-Antrag auf der Tagesordnung im Rat (16 Uhr, Stiftsgebäude).

Die CDU bezweifelt, dass ein neuer Vorstoß von Erfolg gekrönt sein wird. Zwar betont Fraktionschef Gerd Greczka: „Auch für die CDU ist und bleibt dieser Tunnel ungeliebt und ungewollt.“ Doch an den Erhalt des Fußgängerübergangs mag man bei den Christdemokraten nicht recht glauben. Sie fordern vom Bürgermeister im Rat eine Erklärung ein, wann nach 1982 eine rechtliche Prüfung der Angelegenheit vorgenommen worden sei. Außerdem soll Rebbe erläutern, was die Auflösung des bestehenden Vertrages kostet.

Am 7. Dezember, sichert Rebbe zu, werde er die CDU-Fragen beantworten. Und wenn es eine Möglichkeit gebe, aus dem Tunnel-Plan herauszukommen, werde er sich dafür einsetzen.

Bei der Bahn ist noch kein Datum für den Baubeginn gesetzt. „Der Termin hängt von Straßen.NRW ab“, sagt der Bahn-Sprecher. Der Landesbetrieb plant den Bau der L 673n. Auch dieses Vorhaben existiert seit Jahrzehnten. Wann es losgeht, ist ungewiss. Zuletzt hatte das Verkehrsministerium die Straße auf einer Prioritätenliste weit nach oben gesetzt.

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