Aktuelle Studie: „Neue Windräder besser für Vögel“

Ein Rotmilan an einer Windkraft-Anlage.
Ein Rotmilan an einer Windkraft-Anlage.
Foto: WP

Ostbüren..  Ein Ostbürener Landwirt darf seine bestehende Windkraftanlage nicht durch eine neue ersetzen, weil der Artenschutz dagegen spricht. 700 Meter von dem Windrad entfernt gibt es nämlich einen Schlafplatz von Rotmilanen.

Nach vier Jahren der Planung gibt der Landwirt nun vorerst auf. Doch vielleicht nicht für immer, denn aktuell ist eine umfangreiche Studie erschienen, die besagt: Das Ersetzen einer alten Windkraftanlage durch eine neue reduziert die Kollisionsgefahr für Vögel.

Der Landwirt aus Ostbüren hatte sein Bauvorhaben gestoppt, weil sowohl Vertreter der Unteren Landschaftsbehörde als auch des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz erhebliche Zweifel hatten, ob sich die neue Windkraftanlage mit dem Vogelschutz verträgt. Die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest hatte im Radius von einem Kilometer um die Anlage mehrere Greifvogelbrutplätze gefunden.

Doch das müsse nicht heißen, dass keine neue Windkraftanlage gebaut werden könne, betont der Diplom-Ökologe Dr. Karl-Heinz Loske aus Salzkotten. Gemeinsam mit Dr. Frank Bergen legte er in diesem Monat ein 312-seitiges Gutachten zum Verhältnis von Windkraftanlagen und Vögeln vor.

Er kommt zu dem Ergebnis, dass das Ersetzen eines alten Windrades durch ein neues gut für die Vögel sei, weil das die Kollisionsgefahr reduziere. Denn das so genannte „Repowering“ führe in der Regel dazu, dass größere Windräder an die Stelle der kleineren gebaut werden. Loske: „Die Vergrößerung der Rotorfläche, wie sie beim Repowering üblich ist, bewirkt zwar eine Vergrößerung des Gefährdungsbereichs und damit eine Erhöhung der Kollisionsgefahr. Diese Erhöhung wird jedoch in den meisten modellierten Fällen durch die verringerte Umdrehungszahl größerer Rotoren, durch die sich die Kollisionswahrscheinlichkeit beim Durchflug eines Individuums verringert, sowie durch größere Nabenhöhen kompensiert.“ Loske hat über drei Jahre in fünf Windparks – darunter auch in Ostbüren – untersucht, wie viele und welche Vögel durch die Rotoren erschlagen werden. In Ostbüren werden besonders viele tote Vögel gefunden. Loske schließt aber nicht aus, dass ein Zusammenhang mit der A 44 besteht – die Tiere also nicht durch die Windräder, sondern von Autos erschlagen werden.

Er hat seine Studie im Internet veröffentlicht unter www.buero-loske.de – siehe Download.

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