22-jähriger Neonazi zu Geldstrafe verurteilt

conte
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Fröndenberg/Holzwickede.  Zu einer Geldstrafe von 550 Eure verurteilte das Jugendschöffengericht Unna einen 22-jährigen Jurastudenten wegen Sachbeschädigung in Tateinheit mit der Verwendung von verfassungsfeindlichen Kennzeichen und Volksverhetzung.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 22-jährige Fröndenberger im Januar 2009 als Abiturient am Clara-Schumann-Gymnasium (CSG) Flugblätter mit ausländerfeindlichem und das Dritte Reich glorifizierendem Inhalt verteilt hat sowie im April 2009 Hakenkreuze an das Jugend- und Freizeitheim in Kamen gesprüht hat. Der Student war bereits als Schüler des CSG mit ähnlichen Delikten auch in Holzwickede selbst in Erscheinung getreten und gilt als Wiederholungstäter. Mit dem Inhalt seiner Flugblätter meinte sich der heute 22-Jährige auf dem Boden des Grundgesetzes zu bewegen und versuchte, sich mit teils völlig überholten und veralteten Urteilen deutscher Gerichte zu verteidigen.

Die Vorsitzende des Jugend-Schöffengerichtes, Sylvia Block, wertete das Flugblatt, „deren Worte ich gar nicht wiederholen mag“, hingegen als volksverhetzend. Unter anderem schrieb der damalige Abiturient, dass Ausländer „kultur- und artfremd“ seien und zu einer „unkontrollierbaren Überfremdung“ Deutschlands führten, er deshalb das „Dritte Reich als glühendes Vorbild“ sehe.

Kinderpornos
gefunden

Zusammen mit dem Jurastudenten waren ein 20-Jähriger aus Bönen sowie ein 22-Jähriger aus Unna wegen der Strafaktion in Kamen sowie wegen Besitzes von Kinderpornografie angeklagt. Beide zogen es mit ihren Anwälten vor, zu den Vorwürfen zu schweigen. Beide werden aber durch einen anderen, bereits verurteilten Mittäter schwer belastet, ausländerfeindliche und nationalsozialistische Parolen und Symbole in Holzwickede, Bönen und Kamen öffentlich verwendet zu haben. Bei dem Bönener fand die Polizei bei einer Wohnungsdurchsuchung im April 2009 außerdem 60 Kinderporno-Filme auf dem Computer. Gegen beide Angeklagten wird Mitte des Jahres weiter verhandelt.