Zweifel an der Grünen Hauptstadt

Angesichts einer möglichen Bebauung von Landschaftsschutzgebieten werfen Umwelt- und Bürgerinitiativen die Frage auf, ob Essen den Titel „Grüne Hauptstadt Europas 2017“ zu Recht trägt. „Wir haben einerseits Verständnis dafür, dass die Stadt Flächen für die Unterbringung von Flüchtlingen sucht, andererseits müssen wir darauf drängen, dass sie die Zusagen, die sie bei der Bewerbung gemacht hat, auch einhält“, sagt Dieter Küpper, Sprecher des Runden Umwelttischs Essen (Rute).

Die Bürgerinitiative „Fischlaker Mark“ hat sich bereits schriftlich an die Europäische Kommission gewandt. Ihr Vorwurf: Sollte die Stadt ihr Vorhaben in die Tat umsetzen, würde sie gegen die Kriterien des Wettbewerbes verstoßen. Dazu zähle der Erhalt und die Weiterentwicklung schutzwürdiger Naturlandschaften. Dass die Verwaltung ihre Pläne teilweise revidiert hat und Flächen nur noch in zwei Landschaftsschutzgebieten für eine Bebauung in Rede stehen, überzeuge nicht. Andere zuvor genannte Flächen seien nur deshalb ausgeschieden, weil die Eigentümer nicht verkaufen wollten. BI-Sprecherin Silvia Strecker: „Es geht uns nicht darum, dass die Stadt den Titel zurückgeben soll. Im Gegenteil. Wir wollen, dass Essen den Titel behält.“

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