Zu wenig Unterstützung für Flüchtlingskinder

Jedes dritte Flüchtlingskind leidet unter Ängsten oder Depressionen, ebensoviele sind traumatisiert – doch für angezeigte Therapien hat die Stadt Essen in den vergangenen fünf Jahren keine Hilfen vom Land bekommen. Dies geht aus einer aktuellen Parlamentsanfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Ralf Witzel hervor. Nun macht sich der Essener Sorgen, wie eine Integration der stark steigenden Zahl der von Bürgerkrieg, Flucht und Gewalt gezeichneten jungen Menschen konfliktfrei und erfolgreich in den alltäglichen Schulbetrieb gelingen soll.

Witzel fordert angesichts der neuen Befunde größere Unterstützungsleistungen für die Stadt: „Nach einer aktuellen landesweiten Untersuchung zum Gesundheitsstatus der Flüchtlingskinder sind in etlichen Fällen schwierige psychosoziale Lebensumstände diagnostiziert worden. Auch der Impfschutz ist in vielen Herkunftsländern mangelhaft. Bei älteren Heranwachsenden kommt es oft auch zu einem stärkeren Suchtverhalten.“ Zusammen mit den großen Sprachbarrieren entstehe ein Problemdruck für viele Schulen vor Ort, eine erfolgreiche Beschulung im Interesse aller Jugendlichen sicherzustellen.

Die Kommunen, die selber keinerlei Einfluss auf die Entwicklung der Flüchtlingszahlen haben, brauchen dafür eine hinreichende und vor allem planbare Unterstützung, fordert Witzel. Mit nur einzelfallbezogenen Kostenbeteiligungen bei Gesundheitsstörungen im Antragsverfahren könne die Stadt Essen nicht dauerhaft kalkulieren.

Wie Witzel in Erfahrung gebracht hat, unterliegen beispielsweise die Integrationspauschalen zur Sprachförderung größeren Schwankungen und entwickelten sich nicht parallel zur stark steigenden Anzahl der Ankömmlinge. „Die Landeszuschüsse sollten daher auskömmlich sein, um kommunale Einrichtungen, die die großen Herausforderungen der Integration täglich schultern müssen, nicht zu überfordern“, so der Landtagsabgeordnete.

Die FDP erwartet vom Land mehr Planungssicherheit bei Mittelzuweisungen und automatische Regelangebote wie flächendeckende Impfungen, die der öffentlichen Hand insgesamt helfen, die Folgekosten der Flüchtlingsbetreuung zu senken.

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