Zu wenig Gäste im neuen Sportbad Thurmfeld in Essen

Sportdezernent Andreas Bomheuer und Oberbürgermeister Thomas Kufen kamen im Januar zur Eröffnung des neuen Sportbads Thurmfeld – und plauderten mit Kindern der Talentfördergruppe des Polizei Schwimmvereins und der SG Essen.
Sportdezernent Andreas Bomheuer und Oberbürgermeister Thomas Kufen kamen im Januar zur Eröffnung des neuen Sportbads Thurmfeld – und plauderten mit Kindern der Talentfördergruppe des Polizei Schwimmvereins und der SG Essen.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Wochenend-Öffnung im Sportbad lockt wenig Gäste
  • Stadt will keine Fortsetzung des Testbetriebs am Thurmfeld
  • Zu hohe Kosten, zu wenig Personal

Essen. Die probeweise Öffnung des Sportbades Thurmfeld an Wochenenden wird von den Essenern nur verhalten angenommen. So lässt es sich einer Vorlage der Verwaltung entnehmen, die am heutigen Dienstag im Ausschuss für die Sport- und Bäderbetriebe behandelt wird.

An den bislang sieben Samstagen oder Sonntagen, an denen das neue Bad am Reckhammerweg jeweils von 8 bis 15 Uhr geöffnet war, kamen im Schnitt 135 Badegäste. So konnten in sieben Stunden Öffnungszeit jeweils bescheidene Einnahmen in Höhe von etwa 300 Euro erzielt werden.

Noch schlechter sehen die Zahlen für die Osterferien aus, in denen das Sportbad Thurmfeld an neun Tagen geöffnet war. Hier kamen im Schnitt 108 Badegäste pro Tag, die Einnahmen lagen bei durchschnittlich 206 Euro. Lediglich einen Ausreißer nach oben kann man hier verzeichnen: Am Ostermontag, als alle anderen Bäder in der Stadt geschlossen waren, kamen knapp 200 Badegäste. Einen ähnlichen Einzeleffekt gab es auch bei der Wochenend-Öffnung: Am Sonntag, 6. März, wurden 320 Besucher gezählt. An diesem Tag war das Schwimmzentrum Rüttenscheid wegen eines Wettkampfs gesperrt, und mancher, der zum Schwimmen ins Thurmfeld-Bad kam, hatte es vorher vergeblich in Rüttenscheid versucht.

"Ressourcen-Optimierung" gegen Kostenexplosion

Sportdezernent Andreas Bomheuer möchte das Thema erweiterte Öffnungszeiten dennoch nicht völlig ad acta legen: „Erstens läuft der Test am Thurmfeld noch 14 Tage, zweitens finden wir vielleicht noch andere Wege zu großzügigeren Öffnungszeiten. Schließlich leben wir von der Freizeit der Bürger.“ Weil natürlich auch das städtische Personal Anspruch auf Freizeit hat, bewegt sich die Stadt in engen Grenzen: „Der sehr knapp bemessene Stellenplan der Essener Bäder ist selbst, wenn alle Stellen besetzt sind, soeben ausreichend, um den derzeitigen Badebetrieb sicherzustellen“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. „Den jetzigen Wochenend-Test haben wir nur mit freiwilligen Überstunden möglich gemacht“, ergänzt Bomheuer.

Langfristig sei das so nicht möglich; zumal die vorhandenen Kräfte ab Mai auch die Freibäder mit betreuen. Stockte man das Personal aber entsprechend auf, würde es teuer: So schlüge eine dauerhafte Wochenend-Öffnung des Bades am Thurmfeld mit jährlich rund 230.000 Euro zu Buche. „Eine so enorme Summe können wir dafür nicht ausgeben“, räumt auch der Vorsitzende des Sportausschusses, Klaus Diekmann (CDU), ein, der den Wochenend-Test angestoßen hatte. Um eine Kostenexplosion zu verhindern, bliebe nur eine „Ressourcen-Optimierung“, sagt Dezernent Bomheuer. Luft ist hier offenbar bei den für die Schulen reservierten Badezeiten, „die bei weitem nicht im planmäßigen Umfang genutzt werden“, wie die Sport- und Bäderbetriebe festgestellt haben.

Die Fachleute weisen aber auch daraufhin, dass die Besucherzahlen in allen Essener Bädern an Samstagen und Sonntagen seit 2014 zurückgehen. Das zeige, dass es bereits „ein ausreichendes Angebot für den öffentlichen Badebetrieb am Wochenende“ gebe. Ein Fazit, das Klaus Diekmann für voreilig hält. Möglich sei ja auch, dass man mit einem attraktiveren Angebot wieder mehr Badegäste gewinne. Noch ist etwa kein Essener Bad sonntags nach 15 Uhr geöffnet.

 
 

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