Zombie-Elvis zum Geburtstag

Steele.  Vor einem Jahr hatte das Pärchen Ela und Benny Nordvall mit der „Freak Show“ am Grendplatz einen der schrillsten Läden der ganzen Stadt eröffnet. Rund 40 Konzerte, zahlreiche Partys und ungezählte Bier weiter, haben sie sich ihre Nische erkämpft. Wie es sich für eine Rockbar gehört, feiern die Inhaber den ersten Geburtstag heute und morgen mit viel Live-Gitarre, einem Zombie-Elvis und einer Menge Schweiß: die „Ein Jahr Freak-Show Party“.

„Ja, wir sind gut angekommen“, erzählt Ela und durch das Telefon hört man deutlich, dass sie in der vergangenen Nacht hinter dem Tresen gestanden hat. Gerade kauft sie ein für den kommenden Abend, will man sie sprechen, dann klappt nur das Handy. „Es ist halt so ein Rundum-Ding, so ein Laden“, sagt sie und erzählt ein bisschen von ihrem Leben mit Planen, Putzen, Einkaufen, Werbetrommel rühren, Steuern checken und was sie sonst noch so in den 70 Prozent ihrer Zeit zu tun hat, in der sie nicht hinter der Theke steht. „Wir wussten ja vorher, worauf wir uns eingelassen haben“, sagt sie.

Da wusste sie mehr als andere, die ihr und ihrem schwedischen Ehemann Benny keine Chance mit einem Konzept eingeräumt hatten, das man eher in einem Berliner Hinterhof als einer alten Steeler Disco erwarten würde. „Wo ist doch egal – ich wusste, dass die Leute so was wollen. Am Anfang hatten wir gar nicht die Zeit, groß nachzudenken“, stellt sie fest. Schon 2007 hatte die gebürtige Steelerin diese Erfahrung gemacht, mit dem „Panic Room“, dass sie ebenfalls am Grendplatz mit ihrem damaligen Freund Frank Foppe eröffnete und das so gut lief, dass man es heute am Viehofer Platz findet.

In die kleine „Freak Show“ kommen jedes Wochenende Hunderte bunte Gäste, viele auch aus Nachbarstädten. Wenn Ela und Benny einen DJ am Wochenende in den Laden holen, ist die Hütte voll – meistens. Die Partykonzepte, z.B. die „Filmrissparty“ jeden ersten Samstag, laufen. „Natürlich ist es auch mal leerer“, schränkt sie ein. Den Partysektor werden die beiden Inhaber in diesem Jahr noch gehörig bearbeiten. Die „Web of Sound“ mit Soul, Garage und Sixties-Sound wird ein Thema. Auch Reggae und Ska sollen regelmäßig in der „Freak Show“ laufen.

Auf viele Höhepunkte können sie in 2012 zurückschauen. Eine Modenschau hatten sie im Laden, die Metal-Band „Crossplane“ hat im einmaligen Monster-Ambiente ein Video gedreht. „Und ganz viele neue Leute haben wir kennengelernt und auch ein paar Freundschaften geschlossen“, sagt Ela. Und dann muss sie auch schon wieder weiter. So ein Laden ist eben ein „Rundum-Ding“.

 
 

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