Zollverein: Keine Gefahr durch Schadstoffe

Marcus Schymiczek

Sondermüll unter Tage? Als im vergangenen Jahr öffentlich wurde, dass in den 1990er Jahren Bergwerkstollen im Ruhrgebiet mit hochbelasteter Asche aus Verbrennungsanlagen verfüllt wurden und in diesem Zusammenhang auch der Name „Zollverein“ fiel, ließ dies aufhorchen. Die Linke im Rat der Stadt nahm Veröffentlichungen in der Presse zum Anlass für eine Anfrage an das städtische Umweltamt. Die Antwort liegt jetzt vor. Demnach wurden auf Zollverein 37 492 Tonnen an Rückständen aus Steinkohlekraftwerken deponiert. Hinzu kamen 1,5 Kubikmeter an Asbestabfällen.Wie das Umweltamt weiter mitteilt, handelt es sich dabei laut Auskunft der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg um wasser-unlöslichen Asbestzement. Die Abfälle wurden in rund 700 Metern Tiefe eingelagert, aber nicht verpresst. Das Zeug liegt also trocken. Grubenwasser wird in 950 Metern Tiefe abgepumpt.

Eine Gefährdung des Grundwassers ist laut Umweltamt „nach derzeitigem Kenntnisstand und bei den derzeitigen Gegebenheiten“ nicht zu erwarten. Auch hat die Behörde nach eigenen Angaben keinerlei Indizien dafür, dass Schadstoffe aus der Schachtanlage Hugo/Consolidation das Grundwasser auf Zollverein beeinträchtigen könnten. Die Schachtanlage liegt im Einzugsbereich der Emscher. Von 1986 bis 1986 waren auf Hugo/Consolidation 147 307 Tonnen mit Schadstoffen belastete Abfälle verpresst worden. Die Stollen wurden später, wie es heißt, planmäßig geflutet und stehen unter Wasser.

Für die Landesregierung ist das Thema damit nicht erledigt. Um mögliche Gefahren besser abschätzen zu können, soll ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben werden. Hintergrund: In einer 2013 eingeholten Stellungnahme zur Schadstoffverfüllung im Bergwerk Haus Aden in Bergkamen wird den in den 1990er Jahren für die Genehmigung hinzugezogenen Gutachtern attestiert, fahrlässig und unzureichend gearbeitet zu haben.