Zollverein: Bund gibt 3,5 Millionen für Salzfabrik-Umbau

Das  gesamte Hallen-Ensemble von Salzfabrik, Salzlager und Salzverladung auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei Zollverein,
Das gesamte Hallen-Ensemble von Salzfabrik, Salzlager und Salzverladung auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei Zollverein,
Foto: FUNKE Foto Services
  • Kokerei-Gebäude ist eines von bundesweit 17 ausgewählten „Nationalen Projekten des Städtebaus“
  • Umbau zum Zentral- und Schaudepot des Ruhr Museums kann noch in diesem Herbst starten
  • Ab 2020 soll das Gebäude die natur- und kulturhistorischen Sammlungen öffentlich präsentieren

Essen.. Das Gedächtnis der Region bekommt mehr Schauraum. Mit der Zusage des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), den Umbau der Salzfabrik der Kokerei Zollverein zum Zentral- und Schaudepot des Ruhr Museums mit 3,5 Millionen Euro zu fördern, kann nun eines der großen Zukunftsprojekte Zollvereins auf den Weg gebracht werden. In dem großzügigen, viergeschossigen Gebäude soll ab 2020 nicht nur Raum für die international bedeutsamen natur- und kulturhistorischen Sammlungen des Museums mit ihren abertausenden Exponaten der Archäologie, Mineralogie und Geologie geschaffen werden, sondern auch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die Mittel fließen aus dem Topf für „Nationale Projekte des Städtebaus“, über die Vergabe hat eine Expertenjury entschieden. Bundesweit wurden 17 Projektanträge bewilligt, die „Modellcharakter haben und über regionale und auch nationale Grenzen hinausstrahlen“, so Bauministerin Barbara Hendricks. In NRW kommt neben der Stadt Essen mit der Salzfabrik auf Zollverein nur noch die Stadt Herford mit dem Umbau eines Kasernengeländes zu einem „Bildungscampus Herford“ zum Zuge.

"Eines der spektakulärsten Schaudepots überhaupt"

Bei den Antragstellern der Stadt Essen und der Stiftung Zollverein als Bauherrin herrschte gestern helle Freude über den positiven Bescheid. Hermann Marth, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zollverein, freut sich über einen „zusätzlichen musealen Ankerpunkt, der das Ensemble Zollverein kulturell bereichert und zudem ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Attraktivitätssteigerung des Kokerei-Areals ist“. Oberbürgermeister Thomas Kufen ist besonders wichtig, dass die Sammlungen „nicht nur eine gute Unterkunft finden, sondern auch in Gänze der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden“.

Und Theo Grütter, Direktor des Ruhr Museums, ist sich sicher, dass die Sammlungen dann „nicht nur optimal untergebracht und präsentiert sein werden, sondern in der monumentalen Architektur der ehemaligen Salzfabrik auch eines der spektakulärsten Schaudepots überhaupt entstehen wird.“

Eröffnung für 2020 geplant

Das neue Zentral- und Schaudepot soll dabei nicht nur Zollvereins Bedeutung als internationalen Ausstellungs- und Veranstaltungsort unterstreichen. Mit der umgebauten Salzfabrik werden auch die aus konservatorischer Sicht teils bedenklichen Außendepots beispielsweise an der Bockmühle, an der Severinstraße und in Oberhausen überflüssig. Der Stadt Essen, die den Umbau der Salzfabrik neben den Bundesmitteln noch einmal mit rund 400.000 Euro unterstützt, sollen am neuen Standort dadurch keine weiteren Betriebskosten entstehen.

Der Umbau der Salzfabrik soll noch in diesem Jahr beginnen, das Schaudepot soll dann 2020 zum zehnjährigen Jubiläum des Ruhr Museums eröffnet werden.

 
 

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