Zick-Zack-Kurs der Stadt: Neue Gesamtschule für Stadtwald

Das Gebäude gilt als eher schmucklos, aber als ideal, was Größe und Zustand angeht: An der Frankenstraße in Stadtwald soll die Gesamtschule Süd erst abgewickelt und dann neu aufgebaut werden.
Das Gebäude gilt als eher schmucklos, aber als ideal, was Größe und Zustand angeht: An der Frankenstraße in Stadtwald soll die Gesamtschule Süd erst abgewickelt und dann neu aufgebaut werden.
Foto: Alexandra Roth
  • Derzeit sind nur noch Zehner-Jahrgang und Oberstufe an der Gesamtschule
  • Oberstufe soll vor Ort noch ihr Abitur bis spätestens 2020 machen können
  • Neue Gesamtschule soll mit neuem Konzept an den Start gehen

Essen.. Die Stadt plant einen ungewöhnlichen Schritt in ihrer Schulentwicklungsplanung, der von vielen Bürgern als kurioser Zick-Zack-Kurs angesehen werden dürfte: Die Gesamtschule Süd in Stadtwald, die seit 2012 keine neuen Fünfer mehr aufnimmt, schließt im Juli 2017 endgültig – um drei Jahre später als neue Gesamtschule wiederzueröffnen. Das geht aus einer Vorlage hervor, mit der sich der Schulausschuss am 9. November beschäftigen wird.

Somit ist die Suche nach einem Standort für eine neu zu gründende Gesamtschule vorerst abgeschlossen. Die Stadt hatte zwischenzeitlich laut darüber nachgedacht, bestehende Schulen oder andere Gebäude wie die alte Karstadt-Hauptverwaltung in Bredeney in eine Gesamtschule zu verwandeln. Doch zuletzt bekam die Idee, am Standort Frankenstraße einen Neustart für eine Gesamtschule zu wagen, offenbar immer mehr Befürworter.

Die bisherige Gesamtschule Süd litt lange an chronisch schlechten Anmeldezahlen. Vor allem im Stadtteil galt die Schule als wenig akzeptiert. 2012 wurde das schrittweise Auslaufen beschlossen. Derzeit ist der Zehner-Jahrgang der letzte mit 135 Schülern. Außerdem besuchen 178 Jugendliche die Oberstufe.

Zum Ende des laufenden Schuljahres soll „Süd“ nun endgültig aufgelöst werden. Die verbleibenden Oberstufenschüler sollen vor Ort in Stadtwald aber noch bis zum Abitur geführt werden – die Oberstufe wird dann bis spätestens 2020 formal von der Frida-Levy-Gesamtschule aus (Innenstadt) mitbetreut.

Der Schulentwicklungsplan, der vor rund einem Jahr veröffentlicht wurde, verzeichnet stadtweit mittlerweile einen deutlichen Mangel an Gesamtschul-Plätzen. Dieser wurde offenbar erst nach dem Beschluss über das Auslaufen der Gesamtschule Süd für die Planer erkennbar. Weil das Gebäude an der Frankenstraße, in dem einige Trakte aufwändig saniert wurden, als „in jeder Hinsicht geeignet ist“, solle dem Standort „auch über 2020 hinaus für die Fortentwicklung des Essener Gesamtschulangebotes eine hohe Bedeutung zukommen“, heißt es jetzt in der Vorlage. „Es ist beabsichtigt, eine neue Gesamtschule zu gründen“ – und zwar genau an jenem Standort. Die Risiken, dass er dauerhaft und erneut unbeliebt bleibt, wurden bereits ausdrücklich im Schulentwicklungsplan erörtert; vor einem Jahr hieß es, eine Neugründung am gleichen Standort sei „riskant“. Doch angesichts mangelnder Gebäude-Alternativen hat in der Schulverwaltung offenbar ein Umdenken stattgefunden. Ausdrücklich ist aber auch von einem notwendigen, pädagogischen Konzept die Rede, das erst noch zu erarbeiten sei, ganz abgesehen von allen noch ausstehenden Genehmigungen seitens der Aufsichts-Behörden.

„Eine neue Gesamtschule in Stadtwald kann nur funktionieren, wenn sie vor Ort bei Eltern und Schülern ankommt“, sagt Ulrike Pelikan, die Sprecherin der Essener Gesamtschulen. „Wichtig ist, dass die Bürger in die konzeptuellen Planungen vorher mit einbezogen werden.“

 
 

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