Zerstochener Reifen am Notarztwagen - 81-Jähriger starb nicht wegen Verzögerung

In Essen-Steele wurde der Reifen eines Notarzteinsatzfahrzeuges zerstochen. Das Bild zeigt einen Wagen dieses Fahrzeugtyps.
In Essen-Steele wurde der Reifen eines Notarzteinsatzfahrzeuges zerstochen. Das Bild zeigt einen Wagen dieses Fahrzeugtyps.
Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services
  • Unbekannter hat Reifen eines Notarztwagens zerstochen, Transport eines Patienten (81) verzögerte sich
  • Laut Obduktionsbericht starb Mann nicht wegen der Verzögerung
  • Polizei fahndet weiter nach Messerstecher und bittet um Zeugenhinweise

Essen. Ein Unbekannter hat am vergangenen Donnerstag den Reifen eines Notarzteinsatzfahrzeuges im Einsatz zerstochen. Dadurch verzögerte sich der Transport eines 81 Jahre alten Notfallpatienten. Der Mann starb später im Krankenhaus. Am Donnerstagmorgen erklärte ein Sprecher der Polizei: "Die Zeitverzögerung ist nicht ursächlich für den Tod des Mannes." Zu diesem Ergebnis kommt die Gerichtsmedizin nach der Obduktion des Mannes.

Für die Polizei ist der Fall damit keineswegs abgeschlossen. Die Ermittler suchen weiterhin nach dem Unbekannten, der den Reifen des Notarztwagens zerstochen hat. Ermittelt wird nach dem Obduktionsergebnis wegen eines schweren Falls von Sachbeschädigung und Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel. Letzteres kann laut Paragraf 305a des Strafgesetzbuches mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden.

Die Polizei sei mitten in den Ermittlungen, Zeugenvernehmungen stünden nun an, so der Sprecher. Die Beamten suchen darüber hinaus weitere Zeugen, die am Donnerstagnachmittag, 5. Mai, etwas Verdächtiges auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz in Essen-Steele gesehen haben (Hinweise: 0201/829-0).

Feuerwehr: Reifen wurde offenbar mutwillig zerstochen

Der Alarm erreichte die Rettungskräfte an jenem Nachmittag gegen 16.50 Uhr aus einem Dialysezentrum am Kaiser-Wilhelm-Platz. Als die Einsatzkräfte eintrafen, wurde der 81-Jährige durch das Praxispersonal reanimiert. "Nach circa einer halben Stunde Reanimation war der Patient transportfähig", schilderte die Feuerwehr später. Als ein Feuerwehrmann eine Trage aus dem Rettungswagen holte, entdeckte er den zerstochenen Reifen des Notarzteinsatzfahrzeuges. "Eine deutliche Einstichstelle am Mantel des Reifens lässt darauf schließen, dass dieser mutwillig zerstochen wurde", so die Feuerwehr.

Beide Fahrzeuge standen während des Einsatzes - die Feuerwehr reanimierte circa eine halbe Stunde - in einer Einfahrt. Von der Straße aus gesehen befand sich das Notarzteinsatzfahrzeug vor dem Rettungswagen. "Der Patient sollte mit dem Notarzteinsatzfahrzeug ins Krankenhaus gebracht werden", erklärte der Polizei-Sprecher. Durch den zerstochenen Reifen mussten die Einsatzkräfte nach eigenen Angaben Material umpacken und dafür sorgen, dass der Rettungswagen am Notarzteinsatzfahrzeug vorbei kam. Das kostete Zeit, circa zehn bis 15 Minuten. (pg)

 
 

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