Zahlreiche Menschen vor der Verschleppung bewahrt

Steele..  Joseph Emonds wurde 1898 in Erkelenz geboren und starb 1975 in Euskirchen-Kirchheim. 1928 kam er als Kaplan zu St. Laurentius in Steele, wo er sich unter anderem als Bezirkspräses der Katholischen Gesellenvereine (seit Oktober 1933 Kolpingfamilien) für ganz Essen mit dem Untergang der Weimarer Republik und dem Beginn der Nazi-Diktatur auseinandersetzen musste.

Ein frühzeitiges Engagement für Juden, Sozialdemokraten und Kommunisten, für die er Unterlagen und Pässe besorgte und geheime Grenzübergänge koordinierte, erwarb ihm eine besondere Vertrauensstellung bei vielen Flüchtlingen, brachte ihm aber gleichzeitig die besondere Aufmerksamkeit der staatlichen Sicherheitsbehörden ein. Seit 1933 stand er unter Beobachtung der Gestapo, die 1935 nachträglich eine Personalakte über ihn anlegte.

Wegen zunehmender Gefährdung seiner Person wurde Emonds 1938 in die Eifel nach Kirchheim bei Euskirchen versetzt. Dort weniger unter Beobachtung als in Essen, konnte er sich noch stärker für verfolgte Menschen einsetzen. Durch gute Kontakte zu einem ehemaligen Kommilitonen, der mittlerweile als SS-Angehöriger in der Gestapo-Leitstelle in Düsseldorf tätig war, wurde er von dort regelmäßig mit chiffrierten Listen über katholische Geistliche, Angehörige sogenannter Mischehen und Juden versorgt, die für den Abtransport in ein Konzentrationslager vorgesehen waren. Dadurch war es Emonds möglich, viele Menschen vor Verhaftung und Verschleppung zu bewahren.

Selbst als im Dezember 1944 ein kleiner Stab der Waffen-SS in seinem Haus untergebracht war, verbarg er Maler Mathias Barz und seine Frau, die Jüdin Hilde Stein, auf dem Dachboden seines Pfarrhauses und versorgte es mit Lebensmitteln aus dem Bestand der SS-Offiziere.

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