Wunsch nach Elektroautos im Moltkeviertel

Gerd Heidecke
Ferdinand Dudenhöffer (r.) bekam für sein Car-Sharing-Projekt fünf neue Autos von Nissan Europa Chef Thomas Hausch.
Ferdinand Dudenhöffer (r.) bekam für sein Car-Sharing-Projekt fünf neue Autos von Nissan Europa Chef Thomas Hausch.
Foto: WAZ FotoPool/ Ralf Rottmann
So langsam rollen Ferdinand Dudenhöffers Elektroautos auch in die Köpfe der Essener: Jetzt möchte der Bürgerverein Moltkeviertel gern eine Car-Sharing-Ladestation in seinem Viertel haben. Der Autopapst hält das für eine gute Idee.

Das Elektroauto-Projekt Ruhrauto E kommt immer mehr in Fahrt und bei Bürgern auch mehr ins Bewusstsein: Das 40. Elektrofahrzeug hat die Car-Sharing-Initiative Ruhrauto-E jetzt im Fuhrpark. Der Bürgerverein Moltkeviertel wünscht sich, dass ein Stellplatz für die Kurzzeit-Mietwagen in seinem Stadtteil eingerichtet wird.

Am Mittwoch konnte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg Essen als Antreiber des Pilotprojekts Ruhrauto-E die Elektroautos Nummer 36 bis 40 in Empfang nehmen. Dazugekommen sind fünf Stück des meistverkauften Batterieautos der Welt, des Nissan Leaf zum Preis von je 30.000 Euro.

Wagen der Golfklasse

Der Wagen ist so groß wie ein Golf, hat fünf Sitzplätze und einen großen Kofferraum. Unter günstigen Bedingungen kommt das „Blatt“, so die wörtliche Übersetzung des englischen Worts Leaf, 199 Kilometer weit. Bei Ruhrauto-E kostet die Miete 4,99 Euro pro Stunde.

Das Moltkeviertel biete günstige Voraussetzungen für einen Standort von Ruhrauto-E, sagte Dudenhöffer bei der Übergabe durch Nissan Europa-Geschäftsführer Thomas Hausch. In einem Umkreis von nur 200 Metern um eine Ladesäule gebe es im Moltkeviertel rund 1500 Einwohner. Nach ersten Untersuchungen kämen rund 130 als Car-Sharing-Nutzer für Ruhrauto-E in Frage. Dies sei eine hohe und ausreichende Zahl. Jetzt müsse man konkret einen Standort suchen.

500 Benutzer legten bislang knapp 40.00 Kilometer zurück

Im Schnitt seien die Nutzer bei Ruhrauto-E 28 Jahre alt. Zu 80 Prozent sind es Männer. Die über 500 Benutzer kommen zu gut 50 Prozent aus Essen. Knapp 40.000 Kilometer haben sie seitdem zurückgelegt, etwas weniger als der Erdumfang.

Thomas Hausch hat in langen Jahren als weltweit tätiger Automobilmanager seinen schwäbischen Akzent fast gänzlich verloren. Auch der den Schwaben zugeschriebene Geiz war nicht zu erkennen. Hausch brachte Dudenhöffer als Gastgeschenk eine mehrere zehntausend Euro teure Schnellladesäule für einen der 20 Standorte von Ruhrauto-E mit.

Inzwischen ist man außer in Essen auch in Bottrop, Duisburg, Gelsenkirchen und Oberhausen am Start in „der Revolution, die bereits stattfindet“, so Hausch.