Wunden von Orkan Kyrill sind in Essen vernarbt

Norbert Bösken an einer Orkanschneise im Jahr 2007 im Stadtwald. Archiv-Foto: Oliver Müller
Norbert Bösken an einer Orkanschneise im Jahr 2007 im Stadtwald. Archiv-Foto: Oliver Müller
Foto: Oliver Müller NRZ
An kaum einer anderen Stelle in Essen ist der verheerende Orkan Kyrill noch so präsent wie im Annental, wo ein 34-Jähriger 2007 tödlich verunglückte. Fünf Jahre nach dem katastrophalen Sturm sind die meisten Schäden in der Stadt beseitigt.

Essen. Am Straßenrand erinnern immer wieder Fotos und Briefe an den 34-Jährigen, der beim verheerenden Orkan Kyrill vor fünf Jahren im Annental tödlich verunglückte. Der Motorradfahrer war von einem Baum erschlagen worden, Freunde und Angehörige gedenken seiner am Ort des Unglücks.

An kaum einer anderen Stelle in Essen ist dieser katastrophale Sturm noch so präsent. Fünf Jahre nach Kyrill sind die meisten Schäden in der Stadt beseitigt, Dächer sind neu gedeckt, Scheiben ersetzt, Baumlücken in den Wäldern natürlich nachgewachsen. „Fünf Jahre danach kann man sagen: Unser Wald hat keinen Schaden genommen“, sagt etwa Norbert Bösken von Grün und Gruga.

Am 18. und 19. Januar 2007 war Kyrill mit Windstärken von bis zu 225 Stundenkilometer über weite Teile Europas gefegt. In Essen wurden rund 70 Schulgebäude und zahlreiche Häuser beschädigt, Dachpfannen fielen auf Pkw, im Stadtbad Kupferdreh hat ein Baum eine Scheibe eingeschlagen. Die Polizei Essen schätzte die Schadenssumme auf mindestens 1,7 Millionen Euro.

Davon ist heute nichts zu sehen. „Schäden an städtischen Gebäuden sind beseitigt worden“, sagt Gianna Graf von der Pressestelle. Bereits gut ein Jahr nach dem Sturm waren auch die Aufräumarbeiten in den Essener Wäldern beendet, ergänzt Bösken von Grün und Gruga.

Am Waldboden hatte sich so viel Holz angesammelt, wie sonst innerhalb von sechs Monaten zusammenkommen. 3000 Quadratmeter Sturmholz mussten aufgearbeitet werden - damit aber deutlich weniger als in anderen Kommunen. Bösken: „In unseren Wäldern stehen die Bäume nicht zu dicht beieinander, sie sind stabil. Zudem haben Jungbäume ausreichend Platz sich zu entwickeln. Sie haben Lücken im Blätterdach schnell gefüllt. Die Wunden sind vernarbt.“

 
 

EURE FAVORITEN