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Essen: Wonderwaffel verteilt Gratis-Waffeln für schlechte Noten – doch diese Notiz sorgt für Empörung

Gratis-Waffeln bei Wonderwaffel in Essen, doch ein Zusatz sorgt für Empörung.
Gratis-Waffeln bei Wonderwaffel in Essen, doch ein Zusatz sorgt für Empörung.
Foto: imago images / Becker&Bredel/ Facebook/ Fotomontage

Essen. Eine fünf auf dem Zeugnis? Dann gibt's ein Eis umsonst. Bei einer sechs sogar eine Waffel oder einen Shake auf die Hand. Mit dieser Aktion sorgt Wonderwaffel in Essen seit fünf Jahren für Aufsehen einen Tag vor den Sommerferien (wir berichteten). In Scharen kommen die Schüler am letzten Schultag, um das „Trostpflaster“ abzusahnen.

Doch auch Schüler, die eine eins vorweisen können, bekommen ein Eis umsonst. Der Hinweis von Franchaise-Betreiber Wais Dost: Es handelt sich um ein Trostpflaster, keinesfalls um eine Belohnung. Die Aktion wird stark diskutiert, auch weil dieses Jahr ein weiterer Hinweis für Aufsehen sorgt.

Belohnt Wonderwaffel Essen schlechte Noten?

„Die Idee hinter der Aktion ist, dass wir auch selbst mal Schüler waren und schlechte Noten vor den Sommerferien hatten, die uns die ganzen Sommerferien vermiest haben“, erklärt Wais Dost. Er könne sich gut in die Haut der Schüler versetzten. „Des Weiteren glauben wir auch nicht, dass Noten alleine die Leistung eines Schülers widerspiegeln.“

Doch belohnt Wonderwaffel damit nicht Schüler für ihre schlechten Noten? „Wir glauben nicht, dass irgendjemand wegen einem Eis oder einem Shake absichtlich eine 6 schreibt. Zu mal die Noten schon vor der Ankündigung der Aktion feststehen.“

Den Vorwurf nimmt auch eine Mutter auf. Sie schreibt bei Facebook unter einen Werbe-Post: „Das motiviert ja schon dazu,dass die Kids schlechte Noten nach Hause bringen.“ Ein Schüler hält dagegen: „Klar, ich werde jetzt ein Jahr meines Lebens verschwenden und bewusst schlechte Noten bringen, damit mir Wonderwaffel eine Waffel für 4,90€ schenkt.“

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Kevin und Hassan brauchen eine weitere Erklärung

In dem Wonderwaffel-Post fällt allerdings ein weiterer Satz ins Auge, der beinahe untergeht. Denn als Zusatz schreibt die Kette: „Hassan und Kevin: die Noten sind nicht kombinierbar! Pro Zeugnis nur eine Note!“ Damit stützt Wonderwaffel ein weitverbreitetes Klischee, dass Kinder mit dem Namen Kevin oder Hassan vermindert intelligent seien. Mit der zusätzlich Nennung der Namen, suggeriert die Kette, dass Kevins und Hassans die Kern-Massage nicht verstanden haben.

„Ich finde die Namensdiskriminierung ehrlich gesagt viel verwerflicher. Die hätte man auch einfach weg lassen können“, meint auch Facebook-Userin Lisa Maria.

Wais Dost sieht das anders: „Kevin und Hassan sind willkürlich ausgedachte Namen und haben überhaupt keinen diskriminierenden Charakter. Vor allem, weil wir als Betreiber der Wonderwaffel-Filiale in Essen, und auch unsere Franchisegeber in Berlin, Migrationshintergrund haben.“ Er fügt hinzu: „Unter uns gibt es Murat, Hassans und Co.“

Dennoch stützt die Kette damit ein Vorurteil. Und das kann Folgen haben: Oldenburger Wissenschaftler hatten 2010 herausgefunden, dass Kevins aufgrund ihres Namens schlechtere Noten erhalten. (mb)

 
 

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