Wo Leser in Essen Problemzonen für Fahrradfahrer sehen

Martin Spletter
Auf der Wittenbergstraße, schreibt ein User, fahren „Radfahrer in Angst, weil Autofahrer ihnen durch Überfahren der durchgezogen en Linie den Schutzraum nehmen.“
Auf der Wittenbergstraße, schreibt ein User, fahren „Radfahrer in Angst, weil Autofahrer ihnen durch Überfahren der durchgezogen en Linie den Schutzraum nehmen.“
Foto: Scoopshot
Nach unserem Aufruf beim Leserfotodienst „Scoopshot“ haben uns User dort Fotos von Essens Problemstellen für Fahrradfahrer hochgeladen. Manche davon sind nur ein Ärgernis, andere dagegen fast lebensgefährlich. Was der Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) dazu sagt.

Essen. „Radfahrer in Essen, zeigt uns Eure Problemstellen!“ Dazu hatten wir übers Wochenende beim Leserfoto-Dienst „Scoopshot“ im Netz aufgerufen. Uns haben viele interessante Bilder erreicht – darauf nicht nur Klassiker wie parkende Pkw auf Radwegen. Sondern auch neue Fälle, siehe Uni-Viertel: Das vielgelobte Quartier am Berliner Platz ist nicht optimal an die City angebunden.

Die Haupt-Route läuft über einen Weg an der Turmstraße – doch die schmale Zufahrt ist derzeit auch noch durch große Blumenkübel versperrt. „Die sind ein gefährliches Hindernis, weil man sie schlecht sehen kann, vor allem bei Dunkelheit“, sagt Jörg Brinkmann, Vorsitzender des Essener Kreisverbandes vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). Er hat die Scoopshot-Fotos für uns gesichtet.

Als „Dauerbrenner“ bezeichnet er die markierten Radspuren wie auf der Wittenbergstraße, die Stadtwald mit Rüttenscheid verbindet. „Es kommt immer wieder vor, dass Pkw die Spur befahren. Platz ist zwar für zwei Pkw nebeneinander, aber das gilt nur theoretisch.“ Zwar seien markierte Radspuren besser als Radwege, die auf dem Gehweg verlaufen: „Man wird als Radler besser gesehen, und darum geht es“, erklärt Brinkmann, „um das Sehen und Gesehenwerden.“ Aber: „Das Problem, dass Autos die Spuren mitbenutzen, zieht sich wie ein roter Faden durch die Verkehrsplanung der letzten 15 Jahre.“

Wenn vierspurige Straßen zu eng werden

Zu den letztendlich kaum lösbaren Problemen aus Radlersicht zählen auch zugeparkte Radstreifen – ein Scoopshot-Bild zeigt eine Situation am Stadtwaldplatz – oder Auf- und Abfahrten von Radwegen, die ebenfalls durch Falschparker blockiert werden.

Ebenfalls kaum lösbar: Viele Straßen in Essen sind zu eng geworden – geplant als vierspurige Verkehrsachsen, so wie die Frohnhauser oder Haus-Berge oder Altendorfer Straße. Doch die äußeren zwei Spuren sind belegt durch parkende Autos, und in den mittleren Spuren lauern nicht selten Tram-Schienen.

Weitere von Lesern dokumentierte Problemzonen: An der Rellinghauser Straße, Ecke Schürmannstraße, müssen Radler Richtung Bergerhausen über die Rechtsabbiegerspur, wenn sie geradeaus wollen. Die Geradeausspur ist durch Schienen belegt. „Auch ein alter Fall, an dem wir arbeiten“, berichtet Brinkmann. Der ADFC fordert zudem eine Radlerbrücke über die Kreuzung Beitz-Boulevard/Pferdebahnstraße.

Unser Autor Martin Spletter ist in Essen täglich mit dem Fahrrad unterwegs und bloggt über seine Erfahrungen auf radrevier.wordpress.com.