Essen

„Wir bestrafen ehrlich arbeitende Menschen“ - so reagieren Nutzer auf das Schicksal des Libanesen Mohamed K. (21)

Mohamed K. wird seit 21 Jahren geduldet. Er ist gebürtiger Essener, arbeitet in Essen, zahlt Steuern.
Mohamed K. wird seit 21 Jahren geduldet. Er ist gebürtiger Essener, arbeitet in Essen, zahlt Steuern.
Foto: Der Westen
  • Libanese Mohamed K. bekommt seit 21 Jahren keine Aufenthaltserlaubnis
  • Wie ihm geht es vielen Libanesen in Deutschland
  • Bei Facebook löste seine Geschichte eine Welle der Solidarität aus

Essen. Mohamed K. (21) ist in einer misslichen Situation. Er arbeitet, ist gebürtiger Essener - und ist staatenlos. Ihm geht es wie vielen jungen Libanesen in Deutschland: Er wird nur geduldet.

Sie haben keinen Personalausweis, keine Staatsangehörigkeit, gehören nirgends richtig dazu. Der Essener Mohamed K. hat gegenüber DER WESTEN sein Schicksal geschildert.

Auf Facebook löste seine Geschichte eine Welle der Solidarität aus.

„Wir behalten lieber Wirtschaftsflüchtlinge und Kriminelle“

So ärgert sich Oliver E. auf Facebook: „Wir behalten lieber Wirtschaftsflüchtlinge und Kriminelle, als ehrlich arbeitende Menschen zu belohnen. Der Junge tut mir Leid.“ Für seinen Kommentar erhielt er viel Zuspruch. Mit Zahlen und Daten ist eine solche Aussage zwar nur schwer belegbar und es ist sicher fraglich, ob der Staat wirklich systematisch angebliche Wirtschaftsflüchtlinge belohnt und ehrliche Menschen bestraft.

Aber die sehr emotionale Aussage trifft einen Nerv, ein Gefühl, dass nicht immer alles gerecht zu sein scheint, wenn es um die Integration von Migranten geht. Viele Nutzer äußerten sich ähnlich.

Ich versteh die Welt nicht mehr!“, schreibt Ulrike D.: „Es trifft immer die falschen , tut mir sehr leid für den jungen Mann.“ Auch sie zeigt sich solidarisch gegenüber dem 21-jährigen Libanesen. Mohamed hat in Essen seine Ausbildung zum Maler und Lackierer gemacht, ist mittlerweile Geselle, geht arbeiten.

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Nutzer beschreiben ähnliche Probleme

Salar H. beschreibt sogar, sich in einer ähnlichen Situation zu befinden: „Ich warte auch seit über einem Jahr auf einem Ummeldungstermin von Bayern nach Essen, weil ich in Essen Familienangehörige habe. Ich arbeite auch Vollzeit + Nebenjob, damit sie mich endlich ummelden.

Weiter schreibt Salar: „Obwohl ich mehrmals in Essen zur Ausländerbehörde gegangen bin und mehrere Unterlagen vorgelegt habe, die sie nötig hatten, legten sie mir Steine in dem Weg und melden mich nicht um!

Auch Christina R. beschreibt ein ähnliches Problem: „Mein Partner kommt gebürtig aus Mazedonien lebt aber ca. 30 Jahre hier. Er arbeitet seit Jahren, hat zwei deutsche Kinder, war noch nie straffällig und läuft immer noch mit einer Fiktionsbescheinigung herum, weil die Stadt seit 30 Jahren prüft, ob er eingebürgert werden kann.

Inwieweit die Aussagen zutreffen, konnte nicht geprüft werden. (mb)

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