„Wir als Gemeinde sterben ja nicht“

Kupferdreh/Dilldorf..  Für die Schulgottesdienste gibt es nach der Profanierung von St. Josef Kupferdreh zwei Varianten; Erst- und Zweitklässler besuchen künftig den Schulgottesdienst in der Evangelischen Christuskirche Kupferdreh, für Dritt- und Viertklässler gibt es ein regelmäßiges Angebot in St. Mariä Geburt (Dilldorf). Darüber hinaus können kleinere Messfeiern in der Kapelle des Seniorenzentrums St. Josef abgehalten werden.

Eine Kooperation mit der Senioreneinrichtung gibt es übrigens bereits – in diesem Jahr zog die Pfarrbücherei dort ein. Älteren Kunden erspart es weite Wege. Darüber hinaus findet die jüngere Generation Zugang zu der Senioreneinrichtung. Das sind Lösungen, pragmatisch und zukunftsgerichtet, die teils schon tragen, die greifbar sind. „Aber es gibt viele“, sagt Andrea Glettenberg vom Runden Tisch St. Josef, „denen erst klar wird, was hier passiert, wenn die Kirche geschlossen ist.“ Am Samstag, 23. November, wird Bischof Franz-Josef Overbeck den Profanierungsgottesdienst halten. In der Woche davor wird die Kirche täglich geöffnet sein, um Gemeindemitgliedern Gelegenheit zu geben, auf ihre eigene Weise zu trauern und von dem Haus Abschied zu nehmen, in dem Generationen getauft und verheiratet wurden, in dem Kinder die Erstkommunion empfingen, in dem Familien ihrer Verstorbenen gedachten.

„Natürlich ist die Kirche ein wichtiger Ort“, sagt Andrea Glettenberg, „aber wir als Gemeinde sterben ja nicht. Vieles fand in der Kirche statt, aber das eigentliche Gemeindeleben der Gremien und Gruppen ist im Gemeindeheim angesiedelt. Und dieses Gemeindeheim behalten wir.“ Mehr noch: Da das Bistum auf die kostspielige Herrichtung der Kirche verzichtete, ist Geld da, um das Gemeindeheim zu sanieren. Architekten sind beauftragt, der Gemeinde einen angemessenen Sitz zu schaffen – mit Blick auf die Zukunft.

 
 

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