Wiederaufbau des höchsten Essener Kirchturms beschlossen

Nach dem Blitzeinschlag am Freutagabend fehlt die Spitze von Essenes höchstem Kirchturm.
Nach dem Blitzeinschlag am Freutagabend fehlt die Spitze von Essenes höchstem Kirchturm.
Foto: WAZ FotoPool
Nach dem spektakulären Brand in der Samstagnacht erlebte die Gemeinde St. Hubertus eine gut besuchte Sonntagsmesse. „Das ist gelebte Gemeinschaft“, heißt es. Bald soll der Wiederaufbau des Turms in Angriff genommen werden. Sobald das Geld da ist.

Essen-Bergerhausen.. Unglück schweißt zusammen. Diese alte Erfahrung machte auch die Pfarrgemeinde St. Hubertus, deren erster Gottesdienst nach dem spektakulären Brand am Sonntagmorgen außerordentlich gut besucht war. Natürlich war der Blitzschlag am Freitagabend, der Essens höchsten Kirchturm in Brand setzte, Thema Nummer eins während der Messe, vor allem aber danach.

Wie berichtet, bestand zeitweise die Gefahr, dass der mit 74 Metern höchsten Kirchturm Essens an seiner stark geschädigten Spitze abbrechen und auf das Kirchenschiff fallen könnte. Die Feuerwehr konnte dieses Horrorszenario verhindern, wobei es erst mit einem speziellen Kran gelang, an den Brandherd in luftiger Höhe zu kommen. Versuche, sich von innen heranzukämpfen, hatten keinen durchschlagenden Erfolg Spät in der Nacht zum Samstag konnten dann Teile der beschädigten hölzernen Turmkonstruktion abgetragen und das schwere Eisenkreuz an der Spitze geborgen werden. Es lag gestern symbolträchtig vor dem Altar auf dem Boden.

Viele aus der Gemeinde haben mit angepackt

Pfarrer Olaf Deppe hob in seiner Predigt das große Engagement hervor, das den vergleichsweise glimpflichen Ausgang des Brandes ermöglichte. Eine Passantin hatte den Blitzeinschlag als Erste bemerkt und sofort die Feuerwehr alarmiert. Einer der ersten Helfer, die zur Stelle waren, war Herbert Engel. Über viele Stunden packte der 72-Jährige mit an, als es darum ging, Schutt, Asche und Reste des Löschwassers vom Bodcen des Turms zu beseitigen. „Jeder, wirklich jeder, hat gegeben, was er konnte“, sagt Engel. Der Zusammenhalt der Gemeindemitglieder sei sehr stark gewesen.

„Die Menschen verarbeiten die Ereignisse jetzt zusammen. Das ist gelebte Gemeinschaft“, hat Diakon Ludger Höller beobachtet, der in seiner Predigt das Thema „Flüchtlinge“ aufgriff – und darauf verwies, dass auch die Nachbarn der Kirche in der Samstagnacht für kurze Zeit zu Flüchtlingen geworden waren. Insgesamt drei Häuser hatte die Feuerwehr vorsorglich evakuiert.

Nun geht es darum, die Schäden zu reparieren, den derzeit offenen und um fünf Meter kürzeren Turm neu zu decken und das Kreuz wieder an seiner prominenten Stelle aufzurichten. Billig wird das nicht. Das Bistum hat der Wiederherstellung aber bereits zugestimmt und eine Finanzierung in Aussicht gestellt. „Wir als Gemeinde St. Hubertus und Raphael werden uns beteiligen und dafür demnächst eine besondere Türkollekte durchführen“, kündigte Altfrid Norpoth vom Vorstand des Gemeinderates an. Auch ein Spendenkonto für alle Bürger der Stadt soll demnächst eingerichtet werden.

 
 

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