Wie Anwohner den ersten Flüchtlingen in Essen-Frintrop begegnen

Thorsten Schabelon
Die Walter-Pleitgen-Schule in Frintrop.
Die Walter-Pleitgen-Schule in Frintrop.
Foto: WAZ FotoPool
Anfang der Woche sind die ersten Flüchtlinge in die Walter-Pleitgen-Schule eingezogen: 45 Menschen aus Tschetschenien, Ägypten, Syrien, Ghana, Nigeria und Mazedonien sind angekommen. Die zwischenzeitlich etwas unruhige Lage im Viertel hat sich entspannt. Die Anwohner beobachten - und unterstützen ihre neuen Nachbarn.

Essen-Frintrop. Am Mittwoch kam um die Mittagszeit doch Unruhe an der Walter-Pleitgen-Schule in Frintrop auf. Eine Bewohnerin in der Behelfsunterkunft klagte über Schmerzen. Notarzt und Krankenwagen rückten eilig an und leisteten erste Hilfe. Die Situation entspannte sich aber schnell.

Seit Anfang der Woche wohnen die ersten Flüchtlinge in der Unterkunft. „45 Menschen sind inzwischen hier bei uns. Mehr Kinder als Erwachsene“, sagt Ridda Martini, der für das Essener Unternehmen „European Homecare als Standortleiter der Behelfsunterkunft in der Walter-Pleitgen-Schule arbeitet. Die Menschen kommen aus Tschetschenien, Ägypten, Syrien, Ghana, Nigeria und Mazedonien.

„Die lauten Stimmen hier sind leiser geworden - und die leisen Stimmen lauter“

Die Anwohner „Im Neerfeld“ haben den Einzug ihrer neuen Nachbarn mit Interesse und durch ihre Fenster verfolgt. Zettel an den Bäumen der Straße, auf denen die Umnutzung der Schule kritisiert wurde, sind entfernt worden. Die zwischenzeitlich etwas unruhige Lage hat sich entspannt.

Mittwochmittag gab eine Frau mittleren Alters einen blauen Sack mit Kleidungsstücken am Schultor ab. „Die Frintroper unterstützen uns auch mit Spielzeug und anderen Sachen und wollen uns mit ehrenamtlicher Arbeit ihre Zeit spenden. Der Runde Tisch wird sich noch mehr einbringen, wenn sich die Menschen eingelebt haben“, erklärt Ridda Martini. Und dann sagt er einen schönen Satz, der hoffentlich weiterhin Bestand hat: „Die lauten Stimmen hier sind leiser geworden. Und die leisen Stimmen lauter.“