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Gibt es diesen Sommer eine Wespenplage? Ein Biologe erklärt, was dahinter steckt

Viele Menschen erscheinen Wespen diesen Sommer um einiges aggressiver als die letzten Jahre.
Viele Menschen erscheinen Wespen diesen Sommer um einiges aggressiver als die letzten Jahre.
Foto: dpa
  • Sind Wespen diesen Sommer aggressiver?
  • Kommen die Insekten häufiger vor?
  • Wir haben einen Biologen gefragt

Essen. Eigentlich sollte es ein netter Grillabend im Garten werden, doch das Vergnügen an der frischen Luft entwickelt sich zu einem Kampf um Leben und Tod. Der Endgegner um das geliebte Grillfleisch: Die WESPE!

++++Autsch! Essener Ärztin verrät: Das hilft wirklich gegen Wespenstiche++++

Ok, vielleicht nimmt es auch nicht jeder so dramatisch wahr, aber irgendwie scheinen die Insekten im Borussen-Kleid momentan besonders angriffslustig zu sein. Da helfen auch Sprüche wie „einfach ignorieren" oder „die tun keinem was" nicht wirklich, wenn gerade ein Exemplar fröhlich brummend einen Stachel in deinem Arm versenkt.

Richard Köhler: „Umso wärmer es ist, so aktiver sind sie"

Doch ist die Zentimeter große Arbeiterin dieses Jahr zu einer Plage geworden oder kommen wir Deutschen nur nicht wirklich mit dem Sommer und seinen beflügelten Freunden klar?

DER WESTEN hat mit dem Biologen Richard Köhler gesprochen. Er arbeitet an der Biologischen Station Östliches Ruhrgebiet und bekommt das Insektentreiben seit vielen Jahr mit.

„Ich kann nicht bestätigen, dass Wespen dieses Jahr aggressiver sind", so Köhler. „Man kann aber sagen, so wärmer es ist, so aktiver sind sie."

Dazu käme dieses Jahr noch die extreme Suche nach Wasser. Eine erhöhte Angriffslustigkeit sei bei den Insekten jedoch dadurch nicht zu beobachten.

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Köhler: „Bis in die Dämmerung sind sie aktiv auf der Futtersuche. Das tut jede Wespe aber für sich.“

Dass die Tiere es auf das Grillbuffet abgesehen hätten, sei auch nichts Neues. Momentan seien die Wespen eben besonders auf Fleisch aus, um den Nachwuchs, also die Larven zu füttern, sagt der Biologe. Sobald sie selber auf die Suche nach Futter für sich gehen würden, steuerten sie kohlenhydratreiche Nahrung, wie etwa Süßes, an.

„Wespen haben eine niedrigere Stechneigung als Bienen"

Und was kann man gegen die schwarz-gelben Brummer tun? Köhler: „Einfach nicht hektisch rumfuchteln. Die Stechneigung von Wespen ist sogar niedriger als die der Bienen."

Bienenschwärme seien eben vergleichbar aggressiv unterwegs und würden auch oft genug zustechen, erklärt Köhler. Vielen Menschen sei gar nicht klar, ob es sich gerade um eine Biene oder Wespe handele.

Doch nur, weil die Honigbiene ein besseres Image habe, hieße das nicht, dass sie auch friedfertiger sei.

 
 

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