Werdener Gymnasiasten forschen mit Doktoranden des Uni-Klinikums

Beteiligen sich an einem Forschungsprojekt der Uniklinik: Schüler der Stufe „Q1“ des Gymnasiums Werden.
Beteiligen sich an einem Forschungsprojekt der Uniklinik: Schüler der Stufe „Q1“ des Gymnasiums Werden.
Foto: Funke Foto Services
Ungewöhnliche Zusammenarbeit: Schüler forschen demnächst gemeinsam mit Medizin-Doktoranden der Uni-Klinik. Am Ende steht ein Aufenthalt in New York.

Essen. Dieser Artikel handelt von internationaler, medizinischer Spitzenforschung und hat sich trotzdem zum Ziel gesetzt, mit nur einem einzigen Fachbegriff auszukommen. Also: „Sphingolipide“. Wissen Sie, was das ist? Gleich sind Sie schlauer!

Schüler des Gymnasiums Werden fangen im Dezember an, mit Doktoranden des Uni-Klinikums gemeinsam zu forschen. Doktoranden sind Uni-Absolventen, die eine Doktorarbeit schreiben. Inhaltlich geht es, wie gesagt, um „Sphingolipide“, das sind bestimmte Fette, die oft eine wichtige Rolle spielen bei Herz- und Gefäßerkrankungen. Auch in der Bekämpfung der Krankheit Krebs stehen „Sphingolipide“ unter verschärfter Beobachtung.

Willkommen im „Projektkurs Biomedizin“ des Gymnasiums Essen Werden. Projektkurse sind üblich an vielen gymnasialen Oberstufen; Schüler arbeiten dann an einem bestimmten Thema, es geht um die Verschmelzung unterschiedlicher Schulfächer. Der Kurs „Biomedizin“ in Werden vereint Schüler der Stufe elf bzw. „Q1“; sie alle haben Bio, Physik und/oder Chemie als Leistungskurs und wurden von den Lehrern für diesen besonderen Kurs ausgewählt.

Präsentation in New York

Einmal wöchentlich nachmittags werden die Schüler in den Laboren des Uni-Klinikums mit Zellen unterm Mikroskop arbeiten; fachliche Tiefe und wissenschaftlicher Anspruch gehen weit über das hinaus, was Unterricht und ein herkömmlicher Projektkurs leisten können. „Die Schüler werden Dinge tun dürfen“, sagt Chemielehrer Marcus Kohnen, „die mir noch nicht mal in meinem Studium erlaubt waren.“ Die Schüler werden wie die Doktoranden von Professoren der Uniklinik und ihren Mitarbeitern direkt betreut. Sie arbeiten nicht nur in Kleingruppen in den Laboren der Uniklinik, sondern schreiben auch einen wissenschaftlichen Aufsatz über ihre Arbeitsergebnisse, selbstverständlich in englischer Sprache. Und am Ende muss das Ganze auch noch anschaulich präsentiert werden.

Und zwar in New York. Die Forschungsarbeit des Uniklinikums ist Teil eines Graduiertenkollegs, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG über mindestens vier Jahre gefördert wird. Die Uniklinik arbeitet dabei mit medizinischen Instituten in New York zusammen. Im September 2016 werden die Schüler aus Werden für mindestens drei Tage nach Amerika fliegen, im Auftrag der Wissenschaft, bezahlt von der DFG.

Medizin, Psychologie oder Innenarchitektur?

„Wir freuen uns, unseren Schülern diese außergewöhnliche Erfahrung bieten zu können“, sagt Schulleiterin Felicitas Schönau. „Das Zustandekommen dieser Zusammenarbeit bestätigt unsere Arbeit in unserem naturwissenschaftlichen Schwerpunkt.“ Das Gymnasium Werden ist Teil eines bundesweiten Exzellenz-Netzwerks, was die naturwissenschaftlichen Fächer angeht.

Und die Schüler? „Klar freuen wir uns am meisten auf New York“, sagen sie. Viele von ihnen liebäugeln tatsächlich mit einem Berufseinstieg in die Medizin; obwohl: „Vielleicht Medizin, vielleicht auch Psychologie, vielleicht aber auch was ganz Anderes, nämlich Innenarchitektur“, sagt eine Schülerin und lacht. Nach New York wird sie vermutlich mehr wissen, und alle anderen auch, so oder so.

 
 

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