Wer muss für den Problemstollen am Hauptbahnhof Essen bezahlen?

Ein Stollen sorgt derzeit für immense Verluste bei der Bahn. Dass die Deutsche Bahn sich ihr Geld zurück holen will, gilt als sicher.
Ein Stollen sorgt derzeit für immense Verluste bei der Bahn. Dass die Deutsche Bahn sich ihr Geld zurück holen will, gilt als sicher.
Foto: WAZ Fotopool
Die Sanierungsarbeiten am sogenannten „Problemstollen“ am Essener Hauptbahnhof werden sich nach Aussage der Deutschen Bahn noch mindestens bis zum Ende des Jahres hinziehen. Schon jetzt ist mit Kosten in Millionenhöhe zu rechnen. Dem Energiekonzern RWE drohen enorme Schadensersatzansprüche.

Essen.. Schon jetzt ist mit Kosten in Millionenhöhe zu rechnen, welche womöglich dem Energieriesen RWE in Rechnung gestellt werden können. Der Konzern ist eines der Nachfolgeunternehmen der Zeche Victoria Mathias, zeitweise die größte Zeche an der Ruhr und womöglich für die unterirdischen Stollen am Bahnhof verantwortlich.

„Es ist noch zu früh, darüber Auskunft zu geben. Wir werden mögliche Ansprüche sorgfältig prüfen“, erklärte ein Bahnsprecher auf Nachfrage der NRZ. Beim Essener Energiekonzern RWE hieß es, zunächst einmal gehe es darum die Verfüllungen vorzunehmen und für die Sicherheit der Bahnkunden zu sorgen. „Solche Arbeiten sind für uns nicht ungewöhnlich. Wir haben Reserven gebildet, allerdings steht die Frage der Kosten überhaupt noch nicht an“, betont Julika Gang, Sprecherin von RWE Service, zuständig für Nachfolgefragen des ehemaligen Steinkohlebergbaus.

Mögliche Schadensersatzansprüche sollen demnach erst nach Abschluss der Arbeiten mit der Bezirksregierung geklärt werden. Noch immer wird entlang der Gleisanlagen nach möglichen Hohlräumen gesucht. Die Frage der Zuständigkeit könnte sich schließlich zu einem jahrelangen Rechtsstreit ausweiten.

Dass die Deutsche Bahn sich ihr Geld zurück holen will, gilt als sicher. Für entsprechende Risiken sind laut Bilanz 2,9 Milliarden Euro einkalkuliert. Die Kosten für den „Problemstollen“ liegen bereits jetzt im sechsstelligen Bereich, dazu kommen immense Verluste durch ausgefallene und verspätete Züge.

 
 

EURE FAVORITEN