Weniger Umwelt-Sauereien beim Essener „Sauber-Zauber“

Markus Grenz
Über ihre Gutscheine freuten sich die ausgelosten Gewinner des „Pico-Bello-Sauber-Zauber 2015“ zusammen mit OB Reinhard Paß.
Über ihre Gutscheine freuten sich die ausgelosten Gewinner des „Pico-Bello-Sauber-Zauber 2015“ zusammen mit OB Reinhard Paß.
Foto: Funke Foto Services
Zur Preisverleihung des „10. Pico-Bello-Sauber-Zauber“ in Essen berichteten die Gewinner von ihren Erfahrungen.

Essen. Ein Wettbewerb ist er nicht wirklich. Trotzdem freuten sich fast genau drei Monate nach dem „10. Pico-Bello-Sauber-Zauber“ rund 70 Siebtklässler der Hauptschule an der Wächtlerstraße im Südostviertel, zehn Steeler Kita-Kinder der „Pusteblume“ vom Verein für Kinder- und Jugendarbeit (VKJ), die Initiative Bigwam aus Bergeborbeck/Vogelheim und nicht zuletzt die Bergerhauser Familie Jetter, sie fehlte krankheitsbedingt, über ihre Preise. Sie alle wurden ausgelost.

Und hatten anlässlich der Preisverleihung, sie bekamen Gutscheine eines großen Essener Möbelhauses, doch einiges zu berichten. So etwa Bigwam-Vertreterin Dagmar Barkhoven. „Wir wollten Barrieren abbauen und haben zusammen mit den örtlichen Autohändlern, der libanesischen Familienunion und Vertretern vom Hundeclub Bottroper Straße gesammelt“, berichtet sie. Zum Hintergrund: Die Bigwams hatten sich erst gefunden durch den Widerstand gegen die Vielzahl von Autoschraubern und -händlern in Bergeborbeck und Vogelheim. Die Betriebe werden häufig von Migranten betrieben.

Autositze waren die Ausnahme

Mit ihren gefundenen Autositzen und Kotflügeln stachen sie in diesem Jahr heraus. Zwar machten beim Sauber-Zauber 2015 mit knapp 13.900 mehr Essener mit, als je zuvor. Dennoch blieben die großen „Umwelt-Sauereien“ aus. „Wir haben Tüten, alte Flaschen und Zeitungen oder Bonbonpapier gefunden“, liegt Valentina (6) von der VKJ-Kita „Pusteblume“ eher im Trend. Zehn Kinder waren mit zwei Erzieherinnen rund drei Stunden im Einsatz.

Einen ganzen Tag lang, in Früh- und Spätschicht, sammelte die komplette siebte Jahrgangsstufe rund um ihre Hauptschule an der Wächtlerstraße im Südostviertel bis hin zum Wasserturm an der Steeler Straße. Weil Straßenbesen fehlten, war Lehrerin Barbara Kampmann am Sammel-Tag noch extra in den Baumarkt gefahren. Und – als hätten sie den Preis „Grüne Hauptstadt“ bereits geahnt – pflanzten sie im Umfeld auch noch um die 100 Blümchen.

„Pico-Bello“-Organisatorin Janina Krüger von der Ehrenamtagentur deutete bereits Weiteres im Rahmen der „Grünen Hauptstadt“ an: „Wir schauen, dass wir gerade vor diesem Hintergrund das Engagement der Bürger verstetigen, etwa durch Patenschaften für Grünflächen.“