Weniger ist manchmal mehr

Meine Umzugsvorbereitungen sind inzwischen fast abgeschlossen. Außer einer Matratze, einem Wasserkocher und drei T-Shirts ist mir nicht mehr viel geblieben. Meine ganzen Reichtümer sind bereits in Kisten verschwunden, wodurch meine 36 qm-Wohnung gleich doppelt so groß wirkt. Ein Leben ohne großen Schnickschnack ist ja auch eine tolle Sache! Wer braucht schon 200 Filme zur Auswahl oder 20 verschiedene Hosen? Ich kann behaupten, durch diesen gewollten Verzicht zu mir selbst gefunden zu haben. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht lautet, dass ich noch immer die Zweitschlüssel suche. Ohne die zahlt mir der Vermieter keine Kaution zurück. Mein Nachbar fragt außerdem, was mit dem Buch ist, dass er mir vor etwa drei Jahren geliehen hat. Und da wären noch so ein, zwei andere Dinge, die dringend gefunden werden müssen. Hätte das den Leuten denn nicht früher einfallen können? Diese kleinkarierten Materialisten. Wenn die nur wüssten, wie toll es sich anfühlt, nur noch zwei Gabeln und zwei Löffel zu haben. Vielleicht stecke ich mich sogar selbst in eine Kiste. Wer braucht schon eine Wohnung, wenn er einen schicken Karton hat?

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