Weltrekord: Essener radelt durch sechs Länder in 20 Stunden

Der Huttroper Michael Moll schreibt Radreise-Bücher, ist mit seinem Fahrrad auch viel im Ruhrgebiet unterwegs.
Der Huttroper Michael Moll schreibt Radreise-Bücher, ist mit seinem Fahrrad auch viel im Ruhrgebiet unterwegs.
Foto: Essen
  • Im Guinness-Buch entdeckte er den alten Rekord: 4 Länder innerhalb von 24 Stunden
  • „Da dachte ich: Das kannst Du schlagen“
  • Die Guinness-Buch-Redaktion verlangt eine sehr genaue Dokumentation als Beleg

Essen.. Der Essener Reisebuchautor Michael Moll hat mit dem Rad innerhalb von 24 Stunden fünf Staatsgrenzen überquert und somit sechs Länder besucht. Damit hat er einen neuen Weltrekord aufgestellt.

„Die Idee hierzu kam mir, als ich mir bereits aufgestellte Guinness-Welt-Rekorde angeschaut habe“, erzählt der Huttroper, der nicht nur beruflich, sondern auch in seiner Freizeit viel mit dem Rad unterwegs ist. „Als ich sah, dass der bestehende Rekord bei vier durchquerten Ländern in 24 Stunden liegt, dachte ich mir: Das kannst du schlagen.“

Regen auf den letzten Kilometern

Er suchte sich eine 335 Kilometer lange Strecke aus, die er schon kennt, für seine Radreise-Bücher bereits gefahren war. Am letzten Samstag ist er dann gegen 3.15 Uhr in der Nacht am Sprünglipass in Italien losgefahren. „Dort bin ich auf etwa 2100 Metern Höhe gestartet, und konnte dann erstmal rollen lassen“, erzählt der 42-Jährige, der auch Radreiseführer über das Ruhrgebiet schreibt. Nachdem er das Alpenrheintal und damit die Schweiz erreicht hatte, folgte nach 101 Kilometern Liechtenstein. Wenig später erreichte der Reisejournalist Österreich, so dass der alte Rekord eingestellt war. Nach 255 zurückgelegten Kilometern erreicht Michael Moll das Dorf Günzgen in Deutschland. Damit hatte er den alten Rekord dann gebrochen.

Doch er fuhr einfach weiter: „Es war erst 18.40 Uhr, und damit war noch Zeit. Außerdem war das Wetter günstig.“ Nach weiteren 80 Kilometern berührte Moll um 23:32 Uhr am Dreiländereck bei Basel dann französischen Boden. „Die letzten Kilometer durch Basel haben aber keinen Spaß mehr gemacht. Das Wetter war dann auch schlechter und es regnete.“

Michael Moll wurde auf der ganzen Strecke von zwei Freunden im Auto begleitet. Moll selbst war mit GPS-Gerät, einer Go-Pro-Kamera, einem Handy und einer Wasserflasche ausgerüstet. Im Auto wurden Wechselkleidung, Ersatzteile für das Fahrrad, Verpflegung und eine Kamera transportiert.

Komplettes Ruhrgebiet umrundet

Während der Pausen hatte Moll kurz Zeit, etwas zu essen und zu trinken, aber vor allem musste er sich aber darum kümmern, dass Personen vor Ort seine Fahrt bezeugen können. „Ich musste meine Fahrt sowohl am Start und Zielpunkt als auch in allen Ländern jeweils von zwei Personen bezeugen lassen. Sonst würde der Weltrekord offiziell nicht anerkannt.“ Molls Begleiter mussten ebenfalls Urkunden ausfüllen, zudem muss der Guinness-Buch-Redaktion in London von jeder Stunde auf dem Rad zwei Minuten Videomaterial zugeschickt werden.

Insgesamt saß Moll 17 Stunden und 48 Minuten auf dem Rad, fuhr im Schnitt 18 km/h. Muskelkater hatte Moll am nächsten Tag aber keinen, „nur in den Oberschenkeln hat es etwas gezwickt.“ Vorbereiten auf die Tour musste er sich nicht. Bloß sein altes Trekking-Rad hatte der Essener zuvor durch ein leichteres Rad ersetzt. Moll wird jetzt einen Reisebericht für seine Webseite erstellen.

Übrigens: Erst kürzlich hat Moll in einer Tour das komplette Ruhrgebiet umrundet, fuhr etwa 200 Kilometer am Stück. „Das war viel anstrengender wegen der Fahrten durch die Städte.“

 
 

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