Weltkriegsbombe in Essen ist seit 17.21 Uhr entschärft

Philipp Wahl und Pirkko Gohlke
Auf der Baustelle am Europa-Center war bereits am 12. Januar eine britische Fünf-Zentner-Bombe gefunden worden.
Auf der Baustelle am Europa-Center war bereits am 12. Januar eine britische Fünf-Zentner-Bombe gefunden worden.
In Essen-Holsterhausen ist am Freitagmorgen eine Weltkriegsbombe gefunden worden. Nach einer aufwendigen Evakuierung, für die auch die A40 gesperrt werden musste, konnte der Sprengmeister um 17.05 Uhr mit der Entschärfung beginnen. 16 Minuten später konnte er Entwarnung geben.

Essen. In Essen musste am Freitag die vierte Weltkriegsbombe 2016 entschärft werden: Um etwa 10.15 Uhr ist ein Baggerfahrer auf der Baustelle am Europacenter in Holsterhausen auf eine englische Weltkriegsbombe gestoßen. Der Blindgänger lag an der verkehrsreichen Kreuzung Friedrichstraße (B 224)/Ecke Holsterhauser Straße unweit der A40. Wir berichteten im Live-Ticker aus Essen:

  • Entschärfung der Fünf-Zentner-Bombe hat um 17.05 Uhr begonnen – Entwarnung um 17.21 Uhr
  • A40 war von 16.15 Uhr bis etwa 17.22 Uhr zwischen dem Dreieck Essen-Ost (A40/A52) und der Anschlussstelle Holsterhausen gesperrt – Stau in beide Richtungen: jeweils etwa fünf Kilometer
  • Bahn leitete Fernverkehr während Entschärfung ab Duisburg und Dortmund über Gelsenkirchen um
  • Ordnungsamt und Polizei hatten um etwa 14.15 Uhr mit der Evakuierung begonnen
  • Auf derselben Baustelle am Europacenter wurde bereits am 12. Januar eine Fünf-Zentner-Bombe gefunden und entschärft

17.45 Uhr: Eine etwas andere Sicht auf die Bombenentschärfung: zum Artikel "Magische Momente der Stille"

17.21 Uhr: Entwarnung! Peter Giesecke hat die Bombe in Holsterhausen entschärft.

Das befürchtete Verkehrschaos scheint ausgeblieben zu sein, wenngleich es innerstädtisch und auf der A40 Staus gab: Auf der Autobahn soll sich der Verkehr hinter Essen-Ost und Holsterhausen laut WDR jeweils auf fünf Kilometern gestaut haben.

17.05 Uhr: Sprengmeister Peter Giesecke darf jetzt mit der Entschärfung der Bombe beginnen.

16.42 Uhr: So sieht es jetzt an der Ecke Friedrichstraße/Kruppstraße aus. Auch Feuerwehrsprecher Mike Filzen sagt: "Sieht im Moment danach aus, dass Peter Giesecke gegen 17 Uhr oder kurz nach 17 Uhr mit der Entschärfung loslegen kann."

16.35 Uhr: 254 Einsatzkräfte sind zurzeit mit der Evakuierung für die Bombenentschärfung beschäftigt. Sie sind im Einsatz für die Hilfsdienste wie Rotes Kreuz und Malteser, für Feuerwehr und Polizei, Stadtverwaltung und Stadtwerke. Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind zurzeit auf dem zweiten Kontrollgang durch die Gefahrenzone unterwegs. In der Betreuungsstelle in der Gesamtschule an der Kepplerstraße hatten übrigens zwischenzeitlich lediglich zwei Anwohner vorbeigeschaut.

Gut möglich, dass Sprengmeister Peter Giesecke gegen 17 Uhr loslegen darf. Meist dauert es zwischen 20 und 30 Minuten, bis ein Feuerwerker einen Aufschlagzünder herausgedreht und gesprengt hat. Wie viele Blindgänger Peter Giesecke so unschädlich gemacht hat? Der Feuerwerker hat uns einmal erzählt, er habe vor vielen Jahren schon aufgehört, seine Bomben zu zählen.

16.15 Uhr: Stadtsprecherin Silke Lenz meldet: Die Autobahn A40 in Richtung Dortmund ist jetzt zwischen Essen-Holsterhausen und Dreieck Essen-Ost gesperrt. In der Gegenrichtung soll die Sperrung in den nächsten Minuten erfolgen. Die Einsatzkräfte riegeln auch die Zufahrten in die Sichrheitszone ab.

16.10 Uhr: So sah Essen übrigens aus, bevor es im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Von den 185.300 Vorkriegswohnungen wurden 64.000 komplett zerstört, 36.000 schwer beschädigt (zur Stadtkarte mit 735 Luftbildern aus dem Jahr 1926, Direktlink zur Fotostrecke):


Und diese Galerie zeigt Aufnahmen, die in Essen während beziehungsweise des Krieges aufgenommen wurden (Direktlink zur Galerie):

16.05 Uhr: Nochmal die wichtigsten Infos für Evag-Kunden: Während der Entschärfung fährt die U17 nur noch zwischen Karlsplatz und Essen Hbf, die U18 nur noch zwischen Hobeisenbrücke und MH Hbf. Auf der Buslinie 166: Es entfallen die Haltestellen Vereinstraße, Am Waldthausenpark und Essen Hbf, auf der Buslinie 196 alle Haltestellen zwischen Rathaus Essen und Schederhofstraße.

15.55 Uhr: "Hier ist noch immer viel Verkehr unterwegs", beobachtet Feuerwehrsprecher Mike Filzen. Er arbeitet noch auf der Baustelle zwischen Friedrichstraße und A40. Die Zufahrten in Evakuierungs- und Sicherheitszone sind also noch nicht überall gesperrt.

Der Eindruck unserer Redakteure: Es sind anscheinend viel weniger Autos unterwegs als vor der Entschärfung am Dienstagabend, 12. Januar. Möglicherweise haben sich viele Betroffene früher auf den Heimweg ins Wochenende gemacht. Auch auf der A40 ist die Verkehrslage offenbar noch entspannt: Der WDR meldet lediglich zwei KIlometer Stau zwischen Gelsenkirchen-Süd und Essen-Ost.

Sprengmeister Peter Giesecke entschärft die Fliegerbombe

15.49 Uhr: Den brenzligsten Job hat heute wieder einmal Peter Giesecke aus Oberhausen-Alstaden. Der Truppführer des Kampfmittelräumdienstes wird der Bombe den Zünder den herausdrehen. Allzu oft wird seine Ehefrau übrigens nicht mehr auf seinen erlösenden Arnuf warten müssen: Der Routinier wird noch in diesem Jahr in den Ruhestand gehen.

15.40 Uhr: Die A40-Auffahrten sollen erst kurz vor der Bombenentschärfung gesperrt werden. Noch immer aber ist unklar, wann der Sprengmeister grünes Licht bekommt "Das hängt auch davon ab, wie schnell die Anwohner die Evakuierungszone verlassen", sagt Stadtsprecherin Silke Lenz.

15.20 Uhr: Das Presseamt meldet: "Die U-Bahnhöfe Planckstraße, Savignystr./ETEC und Bismarckplatz werden ab sofort nicht mehr angefahren. Die U-Bahnen U17 und U18 fahren entsprechend durch."

Deutsche Bahn leitet Fernverkehr über Gelsenkirchen um

15.03 Uhr: Neue Informationen zum Zugverkehr: Laut Stadt wird der Fernverkehr während der Entschärfung ab Dortmund umgeleitet (über Gelsenkirchen und Oberhausen). S2, RB42 und S6 sowie die Abelio-Bahn in Richtung Essen werden nicht umgeleitet, da diese ihre Endhaltestelle am Essener Hauptbahnhof haben. In der Gegenrichtung wird der Fernverkehr ab Duisburg über Gelsenkirchen und Oberhausen nach Dortmund umgeleitet.

15 Uhr: Laut Stadt werden nun die Sperrstellen im inneren Bereich zugezogen.

14.15 Uhr: Der Krisenstab meldet über das Presseamt: Die Evakuierung beginnt. Die Lautsprecherfahrzeuge sind jetzt in der Gefahrenzone unterwegs. Und jetzt steht auch fest: Die A40 wird während der Entschärfung wie schon am 12. Januar zwischen Holsterhausen und Dreieck Essen-Ost gesperrt. So soll der Verkehr umgeleitet werden: "In Fahrtrichtung Dortmund wird ab Holsterhausen abgeleitet. Autofahrer werden durch das Stadtgebiet umgeleitet und zur Autobahn-Auffahrt Dreieick Essen-Ost geleitet. In Fahrtrichtung Duisburg werden Autofahrer ab Dreieck Essen-Ost auf die A52 umgeleitet. Auf den LED-Anzeigen der Autobahn sind Hinweise zu sehen, außerdem werden die Infos über den Verkehrsfunk mitgeteilt."

13.20 Uhr: Die aktuelle Einschätzung der Lage durch Mitarbeiter im Krisenstab: "Einen detaillierten Zeitplan gibt es nicht. Die Evakuierung wird am Nachmittag, die Entschärfung möglicherweise erst am frühen Abend stattfinden."