Weltklasse-Jazz mit seidensamtigem Sound

Die einen schlugen die Slowakei auf dem Platz, die anderen in klassischer 4-4-5-Formation erstaunlich viele Zuhörer in der Casa in ihren Bann. Und das mit einem Joker, der erst in der zweiten Halbzeit zum Einsatz kam. Da war das Spiel schon entschieden, das vom „Essen Jazz Orchestra“ (EJO) in guter Tradition mit der „Introduction“ zu Tobias Wembers preisgekrönter Suite „State Of Mind“ mit bemerkenswerter Präzision eröffnet worden war.

Souverän geleitet von Tobias Schütte, setzte das EJO mit viel Spielwitz die subtil instrumentierten Arrangements ihres Posaunisten in großformatige Stillleben um. Knackiges Blech paarte sich mit filigranen Woodwinds, kompakte Bläsersätze wetteiferten mit duftigen Momenten, zwischendurch brillierten nicht nur die Rhythmiker als packende Solisten – und dies alles auf einem Niveau, das selbst die WDR Big Band ganz schön alt aussehen lässt.

Dann jubelten draußen die Fußball-Fans, in der Casa dagegen die Jazzfreunde über Gaststar Matthias Nadolny am Tenorsax. Denn der zeigte mit seidensamtigem Sound seine Weltklasse. Keine Note zuviel, und doch alles gesagt – mit dem eigenen „Boingdidi“ ebenso wie bei Monks nur selten zu hörendem „Light Blue“, delikat arrangiert von Bass-Ass Alex Morsey, dessen „Stray Cat“ den hochkarätigen Abend glänzend abrundete.

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