Weltberühmter Komponist bekommt Ehrentafel im Moltkeviertel

Krzysztof Penderecki (3.vl.) mit Frau Elzbieta, Tubist Alexander Kritikos, dem Philharmonie-Intendanten Hein Mulders und Norbert Meier vom Bürgerverein vor dem Haus an der Olbrichstraße 38, in dem das Paar von 1966 bis 1968 lebte.
Krzysztof Penderecki (3.vl.) mit Frau Elzbieta, Tubist Alexander Kritikos, dem Philharmonie-Intendanten Hein Mulders und Norbert Meier vom Bürgerverein vor dem Haus an der Olbrichstraße 38, in dem das Paar von 1966 bis 1968 lebte.
Foto: Ulrich von Born
  • Weltbekannter polnischer Komponist Krzysztof Penderecki erhält Ehrentafel in Essen
  • Von 1966 bis 1968 wohnten Penderecki und seine Frau in einem Altbau im Moltkeviertel
  • Ehrentafel für Penderecki war auf Bestreben des Bürgervereins Moltkeviertel angefertigt worden

Essen-Moltkeviertel.. Drei Wochen lang hat Musiker Alexander Kritikos geprobt, um dem großen Komponisten Krzysztof Penderecki ein angemessenes Willkommen vor seiner Haustür zu bereiten. Schließlich verbindet den weltbekannten polnischen Komponisten und den Tubisten der Essener Philharmoniker neben der Liebe zur Musik auch das Haus an der Olbrichstraße 38.

Dort enthüllte der Komponist am Montag eine ihm und seiner Frau Elzbieta gewidmete Ehrentafel. Von 1966 bis 1968 wohnten die beiden in dem Altbau, zu dem sie nun erstmals zurückkehrten. „Das war eine gute Zeit damals. Ich war jung und voller Energie und Essen war unsere erste Station im Westen“, erinnert sich der 1933 in Dębica geborene Penderecki. Die Folkwang-Hochschule warb ihn damals an – kurz nachdem im Münsteraner Dom seine Lukas-Passion uraufgeführt wurde, die heute als Schlüsselwerk der neuen Musik gilt. Zwei Jahre lang unterrichtet Pendercki Kompositionstechnik in Essen, ehe es ihn mit seiner Familie unter anderem in die USA zieht.

Die erste Oper entstand in der Olbrichstraße

Zu der früheren Wohnung im ersten Obergeschoss hat das Paar eine besondere Verbindung: „Unser Sohn Lukas wuchs hier als Kleinkind auf, war damals noch ein Baby. Und ich habe in Essen meine erste Oper geschrieben: Die Teufel von Loudun.“

Die Ehrentafel für Penderecki war auf Bestreben des Bürgervereins Moltkeviertel angefertigt worden, der viele Nachbarn und Kulturinteressierte in der Olbrichstraße begrüßten konnte. „Nach Gustav Heinemann haben wir die Ehre, eine weitere Persönlichkeit mit unserem Viertel zu verbinden“, sagte Norbert Meier vom Bürgerverein. Er scherzte, dass viele Städte in Deutschland Goethe mit Ehrentafeln würdigten, selbst wenn er nur eine Nacht dort verbracht hätte: „Sie haben immerhin zwei Jahre hier gelebt und gearbeitet und so ihre Spuren hier hinterlassen“, sagte er zu Penderecki. Auch Hein Mulders, Intendant der Essener Philharmonie, freute sich über den Besuch des prominenten Paares aus Polen. „Das ist eine außerordentliche Ehre für Essen als Kulturstandort.“

Das Ehepaar war bereits am Wochenende direkt aus Peking angereist, um die Aufführung der Lukas-Passion im Rahmen des Neue Musik-Festivals „Now!“ in der Essener Philharmonie zu verfolgen.

Großes Lob für die Philharmonie

Er habe die Stadt im positiven Sinne kaum wieder erkannt, räumte Penderecki ein, dessen Werke schon in der Mailänder Scala und dem Salzburger Festspielhaus aufgeführt wurden: „Die Aufführung der Lukas-Passion in der Essener Philharmonie war eine der besten, die ich je erlebt habe. Dieses Konzerthaus ist ein Wunder, die Aufteilung ist grandios und die Akustik fantastisch.“ Große Worte eines großen Komponisten.

 
 

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