„Was wir hier machen, ist wirklich Pionierarbeit“

Überruhr..  Der Tauchsport verlässt die Nische. Im vergangenen Jahr sind allein an Holger Cremers Tauchbasis 304 Taucher ausgebildet worden. Und die wollen nach ihrer Ausbildung auch irgendwo ins Wasser. Beliebt sind Baggerseen oder die Talsperren im Sauerland. Aber die Ruhr ist vielen Tauchern noch unbekannt.

Als Tauchlehrer Cremer eine Sondergenehmigung für Trainings-Tauchgänge in der Ruhr beantragt hatte, hätte er nicht erwartet, dass er sie tatsächlich bekommt. Jetzt hat er sie - und sagt: „Was wir hier machen, ist Pionierarbeit“. Etwa 30 Mal ist er bereits auf Erkundungstour in „seinem“ Tauchgebiet gegangen. Dabei hat er Erstaunliches entdeckt - auch Relikte aus vergangenen Kriegen, deren Anblick immer noch seinen Puls in die Höhe treibt. Nicht ohne Grund ermahnt er stets seine Taucher: „Im Fluss liegt scharfe Munition. Nur gucken, nicht anfassen.“

Beim Tauchen in der Ruhr gehe es eher um das, was man dabei erlebe. Und nicht um das, was man sehe. Dass ein Tauchgang wegen schlechter Sicht abgebrochen werde, komme selten vor. Die grobe Faustregel: „Von zehn Tauchgängen wird nur einer wegen der Sicht abgesagt .“ Witterung und Jahreszeit hätten starken Einfluss auf die Tauchbedingungen, da sie sich auf Fließgeschwindigkeit, Sicht und Temperatur auswirken. Selbst Cremer sagt nach dem Auftakt-Tauchgang in der eiskalten Ruhr: „Jetzt könnte es ruhig mal etwas wärmer werden.“

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