Warum Kay Shanghai nun doch in Berlin gelandet ist

Pendelt künftig zwischen Essen und Berlin: Clubbetreiber Kay Shanghai.
Pendelt künftig zwischen Essen und Berlin: Clubbetreiber Kay Shanghai.
Foto: Laurence Hofman
Berlin sei was für Anfänger, hat Kay Shanghai uns vor Jahren mal gesagt. Warum er der Hauptstadt nun doch erlegen ist, verrät er im Interview.

Essen. Wenn sich das Hotel Shanghai am Samstag aus der Sommerpause zurückmeldet, wird sich Clubgründer Kay Shanghai einige Fragen gefallen lassen müssen. Schließlich hat die Ikone des Essener Nachtlebens kürzlich in Berlin den ehemaligen und legendären Magnet-Club übernommen, der jetzt „Musik & Frieden“ heißt. In Berlin! Jener Stadt also, von der er im Interview mit unserer Zeitung einmal behauptete, sie sei etwas für Anfänger. Wir hatten also Redebedarf.

Wie kam es zu dem Sinneswandel?

Kay Shanghai: Ich habe das 2013 zu einer Zeit gesagt, die ich für mich als Stillstand empfunden habe. Das Hotel Shanghai gab es damals bereits zehn Jahre. Wenn man sich weiterentwickeln möchte, braucht es neue Herausforderungen. Ich war immer sehr gesettled hier, aber wenn man zu gemütlich wird, ist das der Tod der Kunst. Und hey, ganz ehrlich: Wenn Berlin was für Anfänger ist, dann bin ich eben absoluter Beginner.

Hast du dich selbst um die Leitung des Clubs beworben oder wie funktioniert so etwas?

Shanghai: Schon vor Jahren bin ich dem Mitinhaber Beat Gottwald über den Weg gelaufen, der Musiker wie Casper, Kraftklub oder K.I.Z. managt. Die Chemie zwischen uns passte sofort und im Sommer hat er mir dann das Angebot gemacht, den Club zu betreuen. Ich bringe ein Stück Shanghai aus Essen mit nach Berlin. Schön ist, dass ich künstlerisch alle Freiheiten habe.

Freitags zum Konzert in Berlin, Samstags zur Party in Essen

Und was passiert mit dem Hotel?

Shanghai: Natürlich werde ich weiterhin in Essen sein und habe mir vorgenommen, jeden Samstag zu pendeln, wenn es der Terminkalender zulässt. Auch zum Reopening nach der Sommerpause jetzt am Samstag mit Phil Fuldner bin ich da. Die Zugfahrt dauert vier Stunden, das ist also gar kein Problem – auch wenn ich nicht so gerne reise. Ich glaube aber sogar, dass Essen vom „Musik & Frieden“ profitieren wird.

Inwiefern?

Shanghai: Im Club in Berlin sind jeden Freitag Konzerte, K.I.Z. haben dort ihre eigene Partyreihe. Ich könnte mir vorstellen, dass ich durch die Kontakte, die ich dort knüpfe, viele von einem Konzert in Essen überzeugen kann. Außerdem hilft es, neue Sachen zu entdecken, die wir hier vielleicht noch nicht ausprobieren werden. Ich freue mich auf eine spannende Zeit.

Phil’s Licks im Hotel Shanghai (Steeler Straße 33), 3. September, 23 Uhr, mit Phil Fuldner, Ulf Alexander und Special-Guest Arado. Eintritt: 10 Euro.

 
 

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