Warum in diesen Tagen in Essen ein Verkehrsinfarkt droht

Der Dezember ist der verkehrsstärkste Monat: Auch die Busse der Evag stecken wie die Autos im Stau, so an der Schützenbahn.Foto: Knut Vahlensieck / Funke Foto Services
Der Dezember ist der verkehrsstärkste Monat: Auch die Busse der Evag stecken wie die Autos im Stau, so an der Schützenbahn.Foto: Knut Vahlensieck / Funke Foto Services
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Auf den Straßen in Essen wird es in der Weihnachtszeit immer enger. Das hat auch Folgen für die Evag: Jede zweite Störung bei Bus und Bahn ist staubedingt.

Essen. Bei vielen Autofahrern liegen die Nerven blank. Der Dezember ist der verkehrsstärkste Monat des Jahres. Die Pendler müssen kilometerlange Staus auf den Autobahnen A 52 und A 40 ertragen. Auch auf den innerstädtischen Straßen in Essen geht es nur stockend voran: Berufsverkehr, Weihnachtseinkauf – und gleichzeitig noch die Publikumsmesse Essen Motor Show. Essen steht vor dem Verkehrsinfarkt.

Vor allem: „Es ist jetzt sehr schwierig, einen freien Parkplatz in der Innenstadt zu finden“, sagt Polizeisprecher Marco Ueberbach – zumal viele Stellplätze auf der Hachestraße für die Reisebusse reserviert sind, die schätzungsweise rund 40.000 Weihnachtsmarkt-Besucher nach Essen bringen. Ueberbach rät, das Auto stehen zu lassen und öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. „Dann können Sie auf dem Weihnachtsmarkt auch einen Glühwein trinken.“

27 Störmeldungen im Streckennetz

Dass die Essener Verkehrsgesellschaft Evag die angespannte Verkehrslage dazu nutzt, an die Autofahrer zu appellieren, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen – wen wundert das? „Wenn jeder mit Bahn und Bus fährt, dann gibt es keinen Stau mehr in Essen“, wirbt Evag-Sprecher Nils Hoffmann.

Doch die Realität ist eine andere. Die Autos verstopfen die Straßen und dann steckt auch ein Teil der 189 Busse und der 135 Bahnen fest. Allein am Mittwoch registrierte die Evag-Leitstelle 27 Störmeldungen im Streckennetz – 50 Prozent davon waren staubedingt. Die Mitteilung an die Fahrgäste per Internet um 17.32 Uhr klang fast wie eine Kapitulation: „Aufgrund hohen Verkehrsaufkommens kommt es im gesamten Essener Stadtgebiet zu Verspätungen von bis zu 20 Minuten.“

Am schnellsten mit U-Bahn-Linien U 11, U 17 und U 18

Und trotzdem: Wer hier und da zwischen verschiedenen Linien wählen kann, ohne zu lange Fußwege in Kauf nehmen zu müssen, findet ein Schlupfloch. Die Evag empfiehlt, wegen des starken Weihnachtsverkehrs – aktuell an diesem Samstag — auf Linien umzusteigen, die auf eigenen Trassen fahren. Am schnellsten, so Sprecher Nils Hoffmann, geht es mit den U-Bahn-Linien U 11, U 17 und U 18 in die Innenstadt.

Auch Straßenbahnen kommen hier und da zügiger als die Busse voran. Eine Ausnahme ist hier der Spurbus, der es in wenigen Minuten von Kray zum Wasserturm schafft. „Unser Spurbus ist in dieser Zeit wirklich von Vorteil“, betont Hoffmann.

Ein weiterer Tipp für die Weihnachtskunden. „Nutzen Sie die Zeit von Montag bis Freitag von 10 bis 14 Uhr! Das ist jetzt die beste Zeit, mit Bahn und Bus zu fahren“, sagt der Evag-Sprecher.

 
 

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