Essen

Waldbrandgefahr der zweithöchsten Stufe! Heißes Wetter bereitet Feuerwehr große Sorge

Wegen der Trockenheit hat die Feuerwehr mit zahlreichen Bränden zu kämpfen. (Symbolbild)
Wegen der Trockenheit hat die Feuerwehr mit zahlreichen Bränden zu kämpfen. (Symbolbild)
Foto: imago/photo2000

Essen. Das anhaltende heiße Wetter im Ruhrgebiet und ganz NRW treibt Bauern, Förstern und den Feuerwehren in der Region allmählich Sorgen. Grund ist der ausbleibende Regen, gepaart mit hohen Temperaturen.

In vielen Landesteilen mussten Feuerwehren bereits Flächenbrände löschen: So brannte am Montag in Iserlohn im Sauerland ein rund siebeneinhalb Hektar großes abgeerntetes Getreidefeld. Das entspricht einer Fläche von zehn Fußballfeldern.

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In Bochum geriet ein Trecker in Brand und entzündete ebenfalls ein drei Hektar großes Stoppelfeld, wie die Feuerwehr mitteilte. Stroh- und Stoppelfeldbrände gab es auch in Gangelt (Kreis Heinsberg), Kevelaer (Kreis Kleve), Alsdorf bei Aachen, Neukirchen-Vluyn (Kreis Wesel), Düsseldorf und Höxter. In Stolberg bei Aachen gab es auch einen kleineren Waldbrand.

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Wetteränderung nicht in Sicht

Eine Wetteränderung ist derweil nicht in Sicht. Bis mindestens zum kommenden Dienstag soll es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) trocken und heiß bleiben. Lediglich im Süden sind ab Mittwochnachmittag Schauer und Gewitter möglich. Dabei kann es auch zu Starkregen und Hagel kommen. Die Gewitter sollen in der Eifel beginnen und Richtung Sauerland ziehen.

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Waldbrandgefahr: In vielen Teilen NRWs gilt Gefahrenstufe vier

In den Wäldern herrscht erhöhte Waldbrandgefahr. Für weite Landesteile gilt Gefahrenstufe vier - von fünf möglichen. Förster Matthias Klar vom Forststützpunkt Emscherbruch des Regionalverbandes Ruhr in Gelsenkirchen appelliert an die Bürger, keine brennenden Zigarettenstummel an den Wegesrand zu werfen. „Die Pflanzen sind pulvertrocken und dann noch der Wind. Nachts gibt es im Moment keine Taubildung.“

Ein Feuer könne sich da ganz schnell entzünden. Auch die Stadt Düsseldorf warnt: „Selbst achtlos weggeworfene Zigarettenasche oder ein Grillabend am Waldrand können bei der derzeitigen Witterung verheerende Folgen haben, wenn sich daraus ein unkontrolliertes Feuer entwickelt.“

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Ältere Bäume habe starke Probleme mit der Trockenheit

Auch die Natur leidet: Klar sprach vom „Wasserstress der Pflanzen“. Gerade ältere Bäume hätten Probleme mit der Trockenheit. So würden manche Buchen im mittleren Ruhrgebiet schon Blätter verlieren oder ganz absterben. In diesem Jahr sei das Frühjahr „wahnsinnig trocken“ gewesen. Sein Wunsch: „Immer nachts ein richtig schöner Landregen, der richtig durchgeht: drei, vier Tage hintereinander.“

Bauern rechnen mit erheblichen Ertragseinbußen

Zudem macht das Wetter vielen Ackerbauern zu schaffen. „Wir rechnen mit Ertragseinbußen in einem erheblichen Ausmaß“, sagt Heinrich Brockerhoff, Getreideexperte bei der Landwirtschaftskammer NRW in Köln. Er schätzt, dass die Erträge häufig mindestens zehn Prozent unter dem Durchschnitt liegen werden.

Bei Raps könnten es sogar über 30 Prozent sein. Es sei eine Raps-Ernte zu erwarten, „die die Kosten nicht decken wird“. Bei der vor einigen Tagen begonnenen Ernte von Wintergerste seien Erträge und Qualitäten im Westen zwar zufriedenstellend bis gut, im Osten NRWs gebe es wegen geringerer Niederschläge aber ebenfalls Einbußen.

Beim Winterweizen, der wichtigsten Getreideart in NRW, seien die Auswirkungen der Hitze dramatischer. „Denen wird jetzt wirklich der Wasserhahn zugedreht.“ Auf den Feldern herrschten in der Sonne mitunter 50 Grad - zu viel für die Pflanzen, um noch weiterzuwachsen. „Es kommt zur Notreife. Die Dicke der Körner nimmt nicht mehr zu.“

Auch der für die Ruhr zuständige Wasserwirtschaftsverband beobachtet die Entwicklung genau. Über die Ruhr und ihre Nebenflüsse werden rund 4,6 Millionen Menschen im Ruhrgebiet mit Trinkwasser versorgt. Die acht Talsperren des Ruhrverbandes sorgen dafür, dass immer genug Wasser in dem Fluss ist.

Ohne die riesigen Wasserspeicher wäre die mittlere Ruhr bei Schwerte-Villigst am vergangenen Wochenende streckenweise trockengefallen, wie der Verband mitteilt. (dpa)

 
 

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