Vorbild „Regenbogenschule“

Frillendorf.  Sie ist nicht nur die erste Grundschule in Nordrhein-Westfalen, die gestern die Auszeichnung „Fairtrade-School“ erhielt, sie ist sogar die erste in ganz Deutschland: die Frillendorfer Regenbogenschule. Claudia Brück, stellvertretende Geschäftsführerin von Fairtrade Deutschland, brachte während der Feierstunde ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass die Schule an der Straße Auf’m Böntchen „zum Vorbild für viele weitere Schulen wird“.

Fünf Kriterien sollte die Schule mit ihren 172 Schülern erfüllen. Ein Fairtrade-Schulteam aus Lehrern, Eltern und Schülern musste gegründet, ein Fairtrade-Kompass erstellt, fair gehandelte Produkte an der Schule verkauft und verzehrt, Fairtrade als Thema im Unterricht angeboten und einmal jährlich eine Aktion zu dem Thema durchgeführt werden. „Die Kinder waren sofort infiziert“, erklärte Angela Harzer. Was die Konrektorin nicht als selbstverständlich erachtet. Denn: „Viele Eltern hier im Stadtteil müssen schon darauf achten, was Lebensmittel kosten.“

Aber: Jetzt sind sie durch ihre Kinder auch sensibilisiert. Darüber, dass Obst und Gemüse, das keine langen Wege hat, nicht unbedingt teuer sein muss. Schulpflegschaftsvorsitzender Dirk Nitsch steht voll hinter der Aktion: „Wir haben allerdings den Vorteil, dass eine Tante von mir auf dem Land wohnt, wo wir einen Teil unserer Lebensmittel beziehen können.“

Sven Drießen, Vorsitzender des Fördervereins, hat für sich und seinen Nachwuchs den Eigenanbau entdeckt. „Es ist schön für Kinder zu sehen, wie Gemüse wächst.“ Im Lehrerzimmer gibt’s derweil nur noch fairen Kaffee und Zucker; langfristig, so Angela Harzer, „wollen wir einen Caterer mit Bio-Waren für den Mittagstisch engagieren.“ Die Frage sei allerdings, ob das für die Eltern finanzierbar ist, denn Bio-Caterer seien doch erfahrungsgemäß teurer als andere.

Ein weiteres Projekt: Die Schul-T-Shirts mit dem Logo der Regenbogenschule sollen aus Fairtrade-Baumwolle sein. Das ist schon sehr weit gedacht. Harzer: „Nun ja, da müssen wir auch noch ein wenig sparen.“ Warum überhaupt Regenbogenschule? „Weil wir Kinder aus aller Welt bei uns haben und die Schule deshalb so bunt ist wie ein Regenbogen. Kinder aus acht verschieden Nationen werden dort unterrichtet. Wilhelm Wölting von Miserior brachte ein besonderes Geschenk mit: einen Pflasterstein aus Rajasthan - der nicht von Kinderhand aus dem Steinbruch geschlagen wurde.