Viva-Format „Party, Bruder“ begleitet „Checker“ aus Essen

Moho, Steven, Anil, Bulut und Nayef am Dienstagnachmittag in der Essener Cocktailbar Faces. Sie wollen groß rauskommen, sagen sie. Ein Eight-Pack kann dabei helfen.
Moho, Steven, Anil, Bulut und Nayef am Dienstagnachmittag in der Essener Cocktailbar Faces. Sie wollen groß rauskommen, sagen sie. Ein Eight-Pack kann dabei helfen.
Foto: WAZ FotoPool
Der Anspruch ist dürftig bis nicht vorhanden, dafür bekommen die Zuschauer der neuen Real Life Entertainment Show „Party, Bruder“ eine Menge Muskeln, Haargel und Selbstbewusstsein zu sehen. Am Freitag startet die Sendung, die fünf Jungs aus dem Ruhrgebiet bei ihren Party-Streifzügen begleitet.

Essen.. Musiksender haben zum Glück keinen Bildungsauftrag - das ist spätestens seit singenden Fröschen und von Goldketten und nackter Haut umgebender, stimmloser One-Hit-Wonder klar. Ansonsten würde Viva wohl auch in große Erklärungsnöte kommen, wenn es um die Rechtfertigung der neuen, sogenannten Real Life Entertainment Show „Party, Bruder“ geht. Protagonisten sind die fünf Essener Freunde Anil, Bulut, Moho, Steven und Nayef. Ohne Drehbuch begleitet sie der Musiksender im „wahren“ Leben, das vor allem aus Partys, Frauen und der Wahl des richtigen Outfits besteht.

In der Cocktailbar Faces stellte sich das durchtrainierte Quintett am Dienstag der Presse - im Gepäck ein Selbstbewusstsein, das mindestens so angsteinflößend wie der Waschbrettbauch des 21-jährigen Anil ist. „So was hat das deutsche Fernsehen noch nicht gesehen, das schwöre ich euch“, verspricht der direkt. Was für eine Intention - neudeutsch Message - sie denn mit ihrer Doku vermitteln wollen, fragen wir. „Na, dass fünf Jungs mit einem Migrationshintergrund wie wir echt gut feiern können“, antwortet Bulut. „Nee, es geht auch um Freundschaft und Liebe und Schule und Jobs, um alles eben“, ergänzt Nayef. Achso.

Hobby von Gelegenheits-Model Steven: „gut aussehen“

Authentizität jedenfalls kann man den Jungs nicht absprechen. Sie sind auch vor der Kamera so, wie sie eben sind und verstellen sich nicht, beteuern sie. Kritische Stimmen seien ihnen völlig egal, sie bauen „voll auf die Fans“, sagt Anil, der heimliche Chef der Truppe. Drehorte sind seit Anfang März diverse Clubs im Ruhrgebiet und das persönliche Umfeld in Borbeck - dort unter anderem ein Sonnenstudio, das die Jungs ein Mal pro Woche besuchen. Kein Wunder, wenn man als Hobby wie Gelegenheits-Model Steven „gut aussehen“ angibt.

13 Folgen des 30-minütigen Formats werden ab Freitagabend, 20.15 Uhr, ausgestrahlt. „Das Leben ist zu kurz für schlechte Laune“, wirbt Viva für „Party. Bruder“. Vielleicht ist es auch zu kurz für Fernsehen.

 
 

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