Viel mehr als nur ein Plakat

Peter Renzel (Schuldezernent), Susanne Skorzik (Polizei Leiterin Bezirksdienst P3Nord), Thomas Rüth (AWO), Thomas Keller (Leiter Gesamtschule Nord).
Peter Renzel (Schuldezernent), Susanne Skorzik (Polizei Leiterin Bezirksdienst P3Nord), Thomas Rüth (AWO), Thomas Keller (Leiter Gesamtschule Nord).
Foto: WAZ Fotopool
Einzigartige Initiative im Stadtbezirk V( Vogelheim, Karnap, Altenessen).

Essen. Wer 15 oder noch mehr Jahre keine Schule von innen gesehen hat, dem kommt das vielleicht befremdlich vor: Dass es Schulregeln gibt, die im Flur hängen, gut sichtbar für alle Kinder und Jugendlichen (und für Lehrer natürlich auch). Solche plakativen Verbindlichkeiten sind kein pädagogisches Prinzip nur an Brennpunkten, wo Schulen stärker normative Leitplanken sein müssen als bloße Wissensvermittler, sondern: Nein, auch an vielen Gymnasien haben sich Schulregeln längst durchgesetzt.

Und so ist es eigentlich verwunderlich, dass erst jetzt die Schulen in einem Stadtbezirk darauf gekommen sind, ihre Regeln zu vereinheitlichen: In allen Schulen des Stadtbezirks V (Altenessen, Karnap, Vogelheim) hängt künftig dasselbe Plakat. Darauf steht in großen Lettern geschrieben:

„Wir achten und respektieren alle unsere Mitmenschen, unabhängig von ihrer Religion und ihrer Nationalität.

Wir möchten zusammen lernen und arbeiten, deshalb helfen und unterstützen wir uns gegenseitig.

Wir möchten in einer Welt ohne Angst leben, deshalb gehen wir freundlich miteinander um und vermeiden jede Form der Gewalt.“

Idee entstand bei Schulleiterkonferenz

Es ist nur ein Plakat mit diesen drei Sätzen. Aber eigentlich ist es viel mehr. „Es geht nicht darum, ein solches Plakat aufzuhängen“, sagt Thomas Keller, Leiter der Gesamtschule Nord und einer der Initiatoren des Projekts. „Es geht darum, diese Regeln auch zu leben.“

Alle 17 Schulen, die sich beteiligt haben, sollten entsprechende Projekte für Viert- und Fünftklässler ins Leben rufen, einen Wettbewerb womöglich – das schwebt Keller vor. Die Idee zu den gemeinsamen Regeln entstand auf einer der letzten Schulleiterkonferenzen, und es war Keller, der anregte, die vielen unterschiedlich lautenden Schulregeln der einzelnen Häuser doch mal zu entschlacken auf ihre wesentlichen Punkte – übrig blieben die genannten drei Sätze. Im Stadtbezirk V sind neben den Schulen auch das Jugendamt, das „Aktionsbündnis Sicheres Altenessen“ und auch der Fußballclub RWE dabei.

Nachahmer sind willkommen

Die gesamte Aktion wurde übrigens in wenigen Wochen realisiert – das ist unüblich bei der Menge an Beteiligten. „Es ist erstaunlich, wie schnell das ging“, sagt auch Keller.

Schuldezernent Peter Renzel übrigens, der bei der feierlichen Plakat-Übergabe dabei war, veröffentlichte das Ganze direkt auf seiner Facebook-Seite – mit dem entscheidenden Hinweis: „Eine wichtige Aktion, die sicher auch in den anderen acht Essener Bezirken Nachahmer finden sollte.“

Sofort haben das Julius-Leber-Haus (Kray) und die Villa Rü (Rüttenscheid) diesen Facebook-Eintrag kommentiert: Sollten vergleichbare Aktionen in ihren Bezirken starten - sie wären mit von der Partie.

 
 

EURE FAVORITEN