Verstärkung für das Carsharing-Projekt Ruhrauto-E

Holger Dumke
Elektromobiltät als Chance für große Städte: Smart-Chefin Annette Winkler und Prof. Dr. Dudenhöffer bei der Autoübergabe in Essen.
Elektromobiltät als Chance für große Städte: Smart-Chefin Annette Winkler und Prof. Dr. Dudenhöffer bei der Autoübergabe in Essen.
Foto: Jakob Studnar/WAZ Fotopool
Neue Elektroautos, weitere Standorte: Das Carsharing-Projekt wächst im Revier. Stehen werden die Autos, deren Batterie bei Evonik im Ruhrgebiet mitwickelt wurde, nicht nur in Essen, sondern auch an den neu hinzu kommenden Standorten in Bochum und Oberhausen.

Essen. 20 Opel Ampera, fünf Renault Twizy, zwei Nissan Leaf­ – und seit Montag auch zehn Elektro-Smarts: Die Flotte von RuhrautoE wächst. Am Samstag, 18. Mai, soll mit einem Aktionstag in der Essener Innenstadt für das rein auf Elektroautos spezialisierte Projekt geworben werden.

Obwohl RuhrautoE erst im November gestartet und auf 18 Monate angelegt ist, macht Koordinator Prof. Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen schon jetzt klar: „Wir haben großes Interesse zu verlängern.“ Bis Jahresende hoffen er und seine Mitstreiter auf 500 registrierte Nutzer in immer mehr Revierstädten.

Erfahrungen mit Elektroautos sammeln

Die Intention von RuhrautoE: Möglichst viele Bürger sollen für vergleichsweise kleines Geld Erfahrungen mit Elektroautos sammeln können. 215 Nutzungsverträge gibt es bisher, darunter auch Firmen, die die Autos Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Fast 24 000 Kilometer haben die Nutzer (Durchschnittsalter: 37,2 Jahre) zurückgelegt. Dudenhöffer zeigt sich zufrieden, glaubt aber, dass das mit den am Montag in Essen übergebenen Elektro-Smarts noch deutlich steigerungsfähig ist: „Wir haben jetzt richtige Stadtfahrzeuge im Angebot.“

4,90 Euro pro Stunde oder 45 Euro am Tag: Das ist der Kurs für die Elektro-Smarts. Stehen werden die Autos, deren Batterie bei Evonik im Ruhrgebiet mitwickelt wurde, nicht nur in Essen, sondern auch an den neu hinzu kommenden Standorten in Bochum und Oberhausen (Rathaus, Bahnhof). Dudenhöffer arbeitet bereits an einer weiteren Ausweitung des Projektes. In Kürze soll eine RuhrautoE-Station an der Universität in Duisburg hinzukommen, direkt an der Bibliothek gelegen. Dudenhöffer hat Oberbürgermeister Sören Link angeschrieben, will ihn für weitere Standorte begeistern. Auch in Dortmund hofft „Autopapst“ Dudenhöffer auf Interesse.

Verkehrsminister kommt zum Aktionstag

Eine Besonderheit: RuhrautoE ist eng mit dem öffentlichen Personennahverkehr vernetzt, kann in Verbindung mit Bus und Bahn genutzt werden. Eine Monatskarte des VRR (die allerdings vorher freigeschaltet werden muss) ermöglicht den Zugang zu den Fahrzeugen (ebenso auch zu Leihfahrrädern von Metropolrad Ruhr). Dieses soll im Zuge des Aktionstages, 10 bis 17 Uhr auf dem Kennedyplatz, vorgestellt werden. Bürger haben zudem Gelegenheit, die Fahrzeugflotte von RuhrautoE zu testen. Angekündigt hat sich auch Verkehrsminister Michael Groschek (SPD).