Vermisstenfall Pierre Pahlke - Ermittler hoffen auf „Go“ aus Holland

Stefan Kober
Anfang November hatte die Polizei mit Mantrailer-Hunden Spuren des vermissten Pierre Pahlke bis an die niederländische Grenze verfolgen können.
Anfang November hatte die Polizei mit Mantrailer-Hunden Spuren des vermissten Pierre Pahlke bis an die niederländische Grenze verfolgen können.
Foto: WAZ Fotopool
Die deutschen Ermittlungsbehörden warten bei der Suche nach dem vermissten Pierre Pahlke auf grünes Licht aus den Niederlanden, um die Fahndung jenseits der holländischen Grenze fortsetzen zu können. Die Staatsanwaltschaft Essen hofft weiter, dass der aus Gladbeck stammende 21-Jährige „noch lebend gefunden wird“.

Essen/Gladbeck. Pierre Pahlke bleibt verschwunden, eingestellt haben die deutschen Ermittlungsbehörden die Suche nach dem Vermissten noch lange nicht. Allerdings: Spuren des 21-Jährigen, die möglicherweise in die Niederlande führen, können Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit nicht nachgehen.

Dabei hatte es noch am 3. November noch ganz gut ausgesehen: Von der Autobahn A 40 in Essen aus führten Mantrailer-Spürhunde die Beamten erst in Richtung des Kreuzes Kaiserberg und dann die Autobahn A 3 hoch bis zur holländischen Grenze. Am Grenzübergang Elten ist um die Mittagsstunden Schluss.

Rechtshilfeersuchen ist gestellt

Seitdem laufen Gespräche zwischen holländischen und deutschen Ermittlern. Ein Rechtshilfeersuchen ist gestellt, um jenseits der Grenze weitersuchen zu können. Nur geht das auf deutscher Seite einmal die Instanzen herauf und auf niederländischer Seite wieder herunter.

„Das dauert einfach“, sagt die Essener Staatsanwältin Elke Hinterberg. Zugleich verspricht sie auch: „Wir machen alles möglich.“ Die niederländischen Kollegen müssen nicht zuletzt vom Sinn und Zweck der Suche mit den Mantrailer-Hunden überzeugt werden.

Allzu viele Spuren hat Pierre Pahlke seit seinem Verschwinden nicht hinterlassen. Es gibt keine EC-Karte oder ein Handy, über dessen Ortung sich Anhaltspunkte für den Verbleib des 21-Jährigen hätten ergeben können. Der behinderte Pierre Pahlke, der sich auf dem geistigen Niveau eines Kleinkindes befindet, besaß weder das eine noch das andere.

Bedrückende Worte auf der Facebook-Seite

Spuren von Pierre Pahlke führten die Polizei im Oktober zur Wohnung eines Esseners, der zunächst festgenommen und einen Tag später wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Unter anderem DNA-Spuren wurden in dem Haus in Frillendorf sicher gestellt. Die Auswertung der kriminaltechnischen Untersuchung, die das Landeskriminalamt übernommen hat, dauert allerdings noch an.

Auf der Facebook-Seite, die für den Vermissten eingerichtet worden ist, haben sich die Betreiber vor einigen Tagen nach langer Zeit wieder zu Wort gemeldet - es sind bedrückende Worte: „Wir haben lange nichts gepostet, da es keine Neuigkeiten gibt. Bitte habt Verständnis, dass wir nicht täglich oder wöchentlich hier hin schreiben, dass wir nichts Neues wissen...für uns ist es so schon schwer genug...“ Über 3000 Facebook-Nutzer haben die Seite inzwischen mit dem „Gefällt mir“-Button markiert. Die Anteilnahme an der Suche ist ungebrochen groß.

Seit dem 17. September verschwunden

Der aus Gladbeck stammende Pierre Pahlke ist seit dem 17. September dieses Jahres verschwunden. Staatsanwältin Hinterberg hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, „dass er noch lebend gefunden wird“. In den Wochen der nicht von Erfolg gekrönten Fahndung nach seinem Verschwinden hatten die Ermittler allerdings auch eingeräumt, dass ein Kapitaldelikt nicht ausgeschlossen werden könne. Dass ein echtes Lebenszeichen vom Vermissten auch nach fast drei Monaten fehlt, bedauert auch Staatsanwältin Hinterberg: „Für die Eltern ist das eine Katastrophe.“