Verlassen Sie bitte sofort den Bundestag, Frau Hinz!

Frank Stenglein, Leiter der WAZ-Lokalredaktion Essen, kommentiert die Lebenslüge der Bundestagsabgeordneten Petra Hinz.
Frank Stenglein, Leiter der WAZ-Lokalredaktion Essen, kommentiert die Lebenslüge der Bundestagsabgeordneten Petra Hinz.
Foto: WAZ FotoPool
Die SPD-Politikerin Petra Hinz hat ihren Wählern, ihren Parteifreunden, hat allen eine Kompetenz vorgegaukelt, die sie nie besaß. Ihre Selbstgerechtigkeit ist unfassbar.

Essen. Dass manche Politiker es nicht so genau nehmen mit Abschlüssen, haben wir öfter erfahren müssen. Was Petra Hinz getan hat, geht darüber hinaus. Ein Abitur zu erfinden, ein komplettes Studium und einen prestigeträchtigen Beruf, und dieses Lügengebäude über Jahrzehnte aufrecht zu halten – das ist beispiellos. Mit einer Entschuldigung „von ganzem Herzen“ ist es nicht getan. Der Brief ihres Anwalts zeigt bei aller gespielten Demut immer noch eine Selbstgerechtigkeit, die mir Übelkeit verursacht.

Das vor allem, weil Petra Hinz noch vor kurzem die Frechheit besaß, die Journalisten für ihren Absturz verantwortlich zu machen. WAZ und NRZ hatten aufgedeckt, wie schlecht Petra Hinz laut Aussage vieler Ex-Mitarbeiter mit ihnen umgegangen sein soll. Glaubhaft wurde uns von härtestem Mobbing berichtet.

Als uns erstmals zu Ohren kam, dass es darüber hinaus auch noch einen in weiten Teilen erfundenen Lebenslauf geben soll, haben wir das zunächst nicht glauben können, nicht glauben wollen. Aber es stimmte leider. Hinz hat ihren Wählern, ihren Parteifreunden, hat allen eine Kompetenz vorgegaukelt, die sie nie besaß. Es ist unfassbar.

Warten Sie nicht bis 2017, Frau Hinz! Tun Sie uns einen letzten Gefallen und verlassen Sie den Bundestag, lieber heute als morgen!

 
 

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