Verkehrswacht - Keine gelben Banner zum Schulstart mehr

Martin Spletter
Ein Bild aus dem letzten Jahr: Über der Sommerburgstraße wird ein „Brems dich!“-Banner aufgehängt. Das wird es künftig nicht mehr geben.
Ein Bild aus dem letzten Jahr: Über der Sommerburgstraße wird ein „Brems dich!“-Banner aufgehängt. Das wird es künftig nicht mehr geben.
Foto: Svenja Hanusch
Aktion wird nach Jahrzehnten eingestellt. Schon 2013 hatte die Maßnahme am seidenen Faden gehangen. Neue Kooperationen, Aufkleber und Broschüren sollen die Banner ersetzen, die Autofahrer zum Beginn eines Schuljahrse für mehr Achtsamkeit sensibilisieren sollen.

Essen. Die gelben Spannbänder über Essens Straßen gehörten regelmäßig im Spätsommer, wenn die Schulen wieder anfingen, ins Stadtbild: „Brems Dich! Schule hat begonnen!“ So warnte die Verkehrswacht stets die Autofahrer, um Schulanfänger zu schützen. Früher waren es mal 70 Spannbänder, dann 50, zuletzt nur noch 40.
Die Textilien, meint Karl-Heinz Webels, Vorsitzender der Verkehrswacht, hätten in den Jahren stark gelitten. Im vergangenen Jahr drohte die Aktion dann komplett auszufallen: Das Amt für Straßen und Verkehr konnte nicht genug Personal aufbringen, um die Banner rechtzeitig aufzuhängen. So hieß es erst. Der Vorgang ging bis ins Büro des Oberbürgermeisters.

Ab diesem Jahr wird alles anders

Reinhard Paß ist Schirmherr der Verkehrswacht – er ließ anordnen, dass die Banner in jedem Fall aufgehängt werden sollen, was dann wiederum andere Menschen im Rathaus zumindest irritiert haben soll, weil sie es bloß aus der Zeitung erfuhren; an einigen Stellen war dann von einer „Posse“ die Rede.

Der langen Rede kurzer Sinn: Von diesem Jahr an wird alles anders. Über die Reibereien im Jahr 2013 will Webels kein Wort mehr verlieren, stattdessen richtet er den Blick nach vorne: „Es wird viele neue Blickfänge geben. Wir erneuern uns!“

Großformatige Hinweise auf die XXL-Werbetafeln

Statt der gelben Banner setzt die Verkehrswacht auf die Kooperation mit dem Stromversorger RWE, die schon seit Jahren besteht und jetzt neue Früchte trägt: Rund 200 Trafo-Stationen im Stadtgebiet sollen mit entsprechenden Hinweisen versehen werden; entsprechend großformatige, gelbe Aufkleber waren schon im Frühjahr vorgestellt worden.

Die Verkehrswacht setzt außerdem konsequent auf Eltern-Aufklärung: Erneut erhalten Kitas Broschüren, die sich an Väter, Mütter und Kinder richten, und die Verkehrswacht will in Sachen Schulweg auch dort aufklären, wo sie bislang noch nicht präsent ist: bei der Schul-Eingangsuntersuchung im Gesundheitsamt, die für alle Kinder im letzten Kita-Jahr verpflichtend ist. Außerdem: Die Verkehrswacht setzt großformatige Hinweise auf die XXL-Werbetafeln, die beleuchtet sind und regelmäßig die Botschaft wechseln. Diese Tafeln stehen an vielen stark befahrenen Straßen. Die Mützen in Warnsignalfarben, die an alle Kinder verteilt werden, wird es weiterhin geben, betont Webels. Mehr Details zu den künftigen Aktionen, die der Sicherheit von Schulanfängern dienen, werden zum Beginn des neuen Schuljahres bekannt gegeben.

Sicherlich nicht entscheidend, aber am Ende auch ein Grund mehr, sich von den Bannern zu verabschieden, war der Pfingst-Sturm: „Viele Aufhäng-Punkte gibt es nicht mehr“, sagt Webels.