Essen

„Wir spüren das jetzt schon deutlich“– das sind die Auswirkungen des Streiks an der Essener Uniklinik

Dreitägiger Warnstreik an Essener Uniklinik.
Dreitägiger Warnstreik an Essener Uniklinik.
Foto: dpa
  • Uniklinik Essen streikt von Montag bis Mittwoch
  • Spürbare Beeinträchtigungen“ für Klinikum und Patienten
  • Besonders schwierige Situation für Krebspatienten

Essen. Die Essener Uniklinik streikt seit 6 Uhr am Montagmorgen, geplant ist die Aktion noch bis einschließlich Mittwoch. Der Grund: Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Entlastung des Pflegepersonals.

Doch wie wirkt sich der Streik des Klinik-Personals ganz konkret auf die Klinik und hilfsbedürftige Patienten aus?

OP-Absagen und „spürbare Beeinträchtigungen“

Der Streik hätte erst mal ganz vielschichtige Auswirkungen und zeige sich im Klinik-Alltag ganz unterschiedlich, erklärt die Uniklinik im Gespräch mit DER WESTEN.

„Der Streik führt zu OP-Absagen“, so Klinik-Sprecher Thorsten Schabelon.

„Es gibt spürbare Beeinträchtigungen und längere Wartezeiten für Patienten“, so der Sprecher weiter.

Die Beeinträchtigungen bekommen somit vor allem Patienten, die einen Termin für eine Operation vereinbart hatten, deutlich zu spüren.

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Sieben Stationen geschlossen

OP-Säle müssen im Zuge des Verdi-Streiks komplett geschlossen werden: Dies sei zwar nicht vom ersten Streiktag an der Fall, werde aber bis Mittwoch definitiv passieren.

„Wie viele OP-Säle geschlossen werden steht noch nicht fest. Doch wir spüren das jetzt schon deutlich“, so Thorsten Schabelon. Außerdem sollen über die Streikdauer sieben weitere Stationen geschlossen werden, erklärt der Sprecher.

Nicht nur Verständnis für Klinik-Streik

Die meisten Patienten wissen laut der Uniklinik bereits aus den Medien vom Streik. Trotzdem gibt es auch Beschwerden, erklärt der Pressesprecher. Es würden nur wenige Patienten kommen, die von nichts wissen.

„Teilweise haben Patienten Verständnis für die Beweggründe hinter dem Streik, doch das ist nicht immer der Fall“, so Schabelon.

Besonders schwierige Situation für Krebspatienten

Besonders gravierend sind die Auswirkungen des Streiks für Krebspatienten, die größtenteils sowieso schon sehr lange auf Termine für ihre Tumor-Therapie warten müssen, erklärt die Uniklinik. Jetzt finden schon lange vereinbarte und wichtige Termine nicht statt und müssen nach hinten verschoben werden.

„Für jeden ist die eigene medizinische Behandlung das Wichtigste, egal ob es eine schwere Krankheit oder eine leichtere Erkrankung ist“, das sei die Erfahrung in den Gesprächen mit Patienten, erklärt der Sprecher.

Der Streik bedeute für die Klinik-Leitung auch einen besonders hohen organisatorischen Aufwand.

Bisher keine Einigung in Sicht

Der dreitätige Streik soll für die Pflegekräfte einiges bewirken: Die Gewerkschaft Verdi will in einem Tarifvertrag festhalten, dass Krankenschwestern und Pfleger entlastet werden: Die Fronten zwischen den Verhandlungspartnern seien mittlerweile aber ziemlich festgefahren, so der Sprecher.

Die Klinik-Leitung sagt momentan noch, sie könne solche Verträge nicht abschließen. Dafür seien die Tarifgemeinschaften der Länder zuständig.

Seit Wochen habe man nicht mehr gesprochen.

Hotline der Uniklinik bei Fragen

Du hast Fragen zu den Abläufen in der Essener Uniklinik? Für Angehörige und Patienten hat die Klinik eine Telefon-Hotline eingerichtet: 0201 7236555.

Die Hotline ist an allen drei Tagen von 7 Uhr bis 18 Uhr besetzt.

 
 

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