Essen

Nach Transplantations-Skandal an der Uniklinik Essen: Arzt wieder aus Haft entlassen

Der Leiter der Transplantationschirurgie ist wieder auf freiem Fuß. (Symbolbild)
Der Leiter der Transplantationschirurgie ist wieder auf freiem Fuß. (Symbolbild)
Foto: Ulrich von Born/ Funke Foto Services

Essen. Der Leiter der Transplantationschirurgie am Essener Universitätsklinikum ist wieder auf freiem Fuß. Der Arzt wurde in der vergangenen Woche dem Haftrichter vorgeführt, am Donnerstag wurde er aus der Haft entlassen. Er bezahlte eine Kaution - wie die Staatsanwaltschaft mitteilte - „über eine namhafte Summe“.

Sein Haftbefehl wurde außer Vollzug gesetzt, weil die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass die Fluchtgefahr aufgrund der bezahlten Summe deutlich verringert wurde. Ferner wurde der Arzt von der Uniklinik freigestellt. So bestehe kein Gefahr, dass es zu weiteren Taten an Patienten kommen könnte.

Dringender Tatverdacht gegen den Leiter der Transplantations-Chirurgie an der Uniklinik Essen besteht weiterhin

Nach wie vor bestehe aber weiterhin ein dringender Tatverdacht, so die Staatsanwaltschaft. Doch nachdem weitere Patientenakten beschlagnahmt werden konnten, sehen die Anwälte den Haftgrund der Verdunkelungsgefahr nicht mehr als gegeben an.

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Staatsanwaltschaft Essen ermittelt seit 2017

Die Staatsanwaltschaft Essen hatte gegen den Mediziner einen Haftbefehl wegen Totschlags in einem Fall, wegen gefährlicher Körperverletzung in fünf Fällen und zweimal wegen Verstoßes gegen das Transplantationsgesetzes erwirkt.

Seit 2017 wird gegen den 61-jährigen Arzt ermittelt. Demnach soll er in den Jahren 2012 bis 2015 an Operationen von sechs Patienten beteiligt gewesen sein, bei denen Lebertransplantationen durchgeführt wurden, die gegen die medizinischen Richtlinien verstoßen haben sollen.

Ein Patient starb bei einer Lebertransplantation

Bei den Operationen soll das Risiko der Transplantation höher als das Risiko der Erkrankungen der Patienten gewesen sei. Und das soll dem Arzt bewusst gewesen sein. In einem Fall soll deshalb nach jetzigem Stand der Ermittlung der Staatsanwaltschaft sogar ein Patient an der Operation gestorben sein.

Der Arzt weist die Vorwürfe weiterhin zurück

Der Beschuldigte weise die Vorwürfe immer noch zurück. Die Ermittlungen werden fortgesetzt. Dabei sollen noch weitere Patientenakten ausgewertet werden. (js)

 
 

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