Essen

Uniklinik Essen: Ein Patient tot – Leiter der Transplantations-Chirurgie wird dem Haftrichter vorgeführt

Der Leiter der Transplantationschirurgie wird dem Haftrichter vorgeführt. (Symbolbild)
Der Leiter der Transplantationschirurgie wird dem Haftrichter vorgeführt. (Symbolbild)
Foto: Ulrich von Born/ Funke Foto Services

Essen. Der Leiter der Transplantationschirurgie am Essener Universitätsklinikum wurde am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt. Das teilten sowohl die Uniklinik selbst als auch die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Prof. Andreas Paul werden mögliche Verstöße gegen das Transplantationsgesetz vorgeworfen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt bekanntermaßen seit 2017 gegen den 61-jährigen Arzt. Demnach soll er in den Jahren 2012 bis 2015 an Operationen von sechs Patienten beteiligt gewesen sein, bei denen Lebertransplantationen durchgeführt wurden, die gegen die medizinischen Richtlinien verstoßen haben sollen.

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Eine Operation soll zum Tode des Patienten an der Uniklinik Essen geführt haben

Bei den Operationen soll das Risiko der Transplantation höher als das Risiko der Erkrankungen der Patienten gewesen sei. Und das soll dem Arzt bewusst gewesen sein. In einem Fall soll deshalb nach jetzigem Stand der Ermittlung der Staatsanwaltschaft sogar ein Patient an der Operation gestorben sein.

Haftbefehl unter anderem wegen Totschlags

Die Staatsanwaltschaft Essen hat gegen den Mediziner einen Haftbefehl wegen Totschlags in einem Fall, wegen gefährlicher Körperverletzung in fünf Fällen und zweimal wegen Verstoßes gegen das Transplantationsgesetzes erwirkt.

Der angeklagte Arzt weist die Vorwürfe zurück

Der Angeklagte soll die Vorwürfe zurückgewiesen haben. Das Ermittlungsverfahren wurde 2017 durch die sogenannte Prüfungs- und Überwachungskommission (PÜK) eingeleitet.

„Die PÜK ist eine gemeinsame Einrichtung von Bundesärztekammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und Spitzenverband Bund der Krankenkassen. Ihre Aufgabe sieht sie darin, die Einhaltung der Bestimmungen des Transplantationsgesetzes sowie die aufgrund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen und Vertragsbestimmungen in den Transplantationszentren regelmäßig zu überwachen“, erklärte ein Sprecher der Klinik.

Uniklinik will mit der Staatsanwaltschaft kooperieren

Auch weist der Sprecher darauf hin, dass das Universitätsklinikum zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Angaben machen wird - wegen des laufenden Verfahrens. Noch im vergangenen Jahr wies die Uniklinik die Vorwürfe zurück. „Zur Aufklärung der Vorwürfe wird das Universitätsklinikum Essen vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft Essen kooperieren“, erklärte er am Dienstag.

In 24 Fällen wurden im vergangenen Jahr Ungereimtheiten bei den Richtlinien durch die Kommission festgestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter, ob sich noch weitere Ärzte der Klinik strafbar gemacht haben. Und ob es zu weiteren Todesfällen wegen nicht erforderlicher Lebertransplantationen gekommen sei. (js)

 
 

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