Unesco-Schule mit Hakenkreuzen beschmiert

Unbekannte Täter verwüsteten die Unesco-Schule im Essener Südviertel. Foto: Remo Bodo Tietz
Unbekannte Täter verwüsteten die Unesco-Schule im Essener Südviertel. Foto: Remo Bodo Tietz
Foto: WAZ FotoPool

Essen.. Unbekannte Täter haben das städtische Unesco-Aufbaugymnasium verwüstet und mehr als 50.000 Euro Schaden hinterlassen. Unter anderem beschmierten sie die Fenster mit Hakenkreuzen. Besonderheit der Schule ist der hohe Migrantenanteil.

Unbekannte Einbrecher haben in der Nacht auf Mittwoch verheerende Schäden im Unesco-Aufbaugymnasium (Südostviertel) angerichtet. Der Sachschaden liegt bei mindestens 50 000 Euro. Die Täter, die durch ein Fenster ins Gebäude drangen, sprühten Hakenkreuze an die Scheiben, klebten Türen mit Silikon zu, verstopften Abflussrohre und ließen das Wasser laufen. Sie leerten Feuerlöscher, übersprühten Bilder, brachen Deckenplatten heraus – und ließen am Ende etwa 100 lebende Heuschrecken laufen.

Ein Reinigungsdienst entdeckte am frühen Morgen die Schäden und alarmierte die Polizei. Schulleiter Norbert Kleine-Möllhoff schickte alle 500 Schüler gestern wieder nach Hause; am heutigen Donnerstag soll der Unterricht wieder stattfinden – trotz der erheblichen Wasserschäden, die entstanden sind.

Dies ist der zweite Fall von extremem Vandalismus, dem sich die Schule ausgesetzt sieht. Bereits Ende September hatten Unbekannte an einem Wochenende im Gebäude Farbe und Öl auf dem Boden verbreitet – und schon damals lebende Tiere zurückgelassen. Da waren es Maden.

Schüler aus 40 Nationen

Die Hakenkreuze legen nahe, dass Ausländerfeinde am Werk waren – doch derzeit wird spekuliert, ob die Täter die Ermittler womöglich auf eine falsche Spur bringen wollen. Das Unesco-Aufbaugymnasium zählt zu den weiterführenden Schulen mit dem höchsten Migranten-Anteil in Essen – er liegt bei 60 Prozent. Als Aufbau-Gymnasium richtet es sich an gute Real- und Hauptschüler, die sich dazu entschließen, in Richtung Abitur zu wechseln. Schüler werden aufgenommen in Klasse 7 und in Stufe 11. Die Schule wird besonders von Kindern und Jugendlichen aus Krisen- und Kriegsgebieten aufgesucht. Die Schüler kommen aus 40 Nationen. Gegründet wurde es vor Jahrzehnten, um mehr Arbeiterkindern den Zugang zum Abitur zu ermöglichen.

„Der Übergriff trifft die Unesco-Schule als Schule, die seit Jahrzehnten für eine Atmosphäre der Toleranz und Gewaltfreiheit steht“, sagt Schulleiter Norbert Kleine-Möllhoff. „Es wird alles Erdenkliche unternommen, die Sicherheit der Schüler zu gewährleisten.“ Die gute Atmosphäre werde man sich durch „Willkür-Aktionen Einzelner“ nicht zerstören lassen.

Die Polizei hat den Staatsschutz eingeschaltet, der bei politischen Taten eingeschaltet wird. Doch Sprecher Raymund Sandach betont, dass weiter in alle Richtungen hin ermittelt werde: „Wenn Hakenkreuze auftauchen, müssen wir automatisch den Staatsschutz einschalten. Ob es sich aber tatsächlich um eine rechtsextreme Tat handelt, kann noch nicht gesagt werden.“

 
 

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