Und noch mehr Baustellen - B 224 wird gesperrt

Essen. Die Stadt nutzt die Urlaubszeit für den Straßenbau: Am Freitagabend wird die B 224 in der Innenstadt in beide Richtungen gesperrt. Die Straße erhält eine neue Decke.

Ferienzeit - Baustellenzeit? Beim Blick auf die Übersicht der städtischen Koordinierungsstelle für Straßenbauvorhaben drängt sich dieser Eindruck auf. 32 Baustellen nennt die Behörde aktuell zwischen Karnap und Kettwig. Und es kommt noch dicker: Heute Abend ab 20 Uhr wird die Friedrichstraße (B 224) zwischen Bismarckstraße und Kruppstraße komplett gesperrt - bis zum 7. August. Die Bundesstraße erhält eine neue Decke aus Flüsterasphalt, 500.000 Euro aus dem Konjunkturpaket II werden verbaut. Das Geld muss bis Ende des Jahres weg, so will es der Gesetzgeber. Die Empfehlung der Stadt erinnert an den Verkehrsfunk: Autofahrer werden gebeten „den Bereich weiträumig zu umfahren“.

Damit nicht genug: Schon eine Woche später, vom 12. bis zum 15. August, wird der Verkehrsfluss auf der B 224 erneut abrupt unterbrochen. Die Fußgängerbrücke über die Bismarckstraße am Folkwang-Museum muss repariert werden; zwei unvorsichtige Lkw-Fahrer hatten die Stahlseilkonstruktion mit ihren Trucks touchiert. Wieder wird B 224 dicht gemacht.

„Wir legen die Arbeiten bewusst in die Ferien“, betont Dieter Schmitz, Leiter des Amtes für Verkehrs- und Baustellenmanagement, sinkt das Verkehrsaufkommen in der Urlaubszeit doch um 15 Prozent. Bei 110.000 Berufspendlern täglich, die die Stadt verlassen und 67.000, die hinein fahren, alles andere als eine vernachlässigbare Größe.

Nicht nur auf der B 224, über die täglich bis zu 55.000 Fahrzeuge rollen, wollen die Tiefbauer die Gunst der Stunde nutzen. Vor allem der Norden der Stadt ist derzeit gebeutelt von Baustellen. Verkehrswichtige Zubringer wie die Bottroper Straße sind - in Höhe Berthold-Beitz-Boulevard - nur eingeschränkt befahrbar (bis Ende 2011). Oder sie sind komplett gesperrt wie die Altenessener Straße in Richtung Norden; die Stadtwerke erneuern Kanäle, die Evag Gleise, die Stadt die Fahrbahndecke (bis Ende September).

„Höhere Gewalt“

Dass zeitgleich auf der Vogelheimer Straße und auf der Rahmstraße gebuddelt wird, lässt an den Koordinierungskünsten der Koordinierungsstelle zweifeln. Auch für diese Baustellen gebe es gute Gründe. Sei es „höhere Gewalt“ wie auf der Vogelheimer Straße, wo die Stadtwerke vom maroden Zustand der Kanalisation überrascht worden seien. Sei es, weil es der „guten Sache“ diene, im Falle der Rahmstraße dem Umweltschutz, weil die Steag Häuser ans Fernwärmenetz anschließt und Mieter dadurch ihre Nachtspeicherheizungen entsorgen können. „Wir hätten die Straße gerne als Entlastung für die Altenessener Straße genutzt“, so Schmitz. Im Laufe des August sollen die Arbeiten beendet werden.

Das Baustellenmanagement ist um Erklärungen nicht verlegen, muss es doch viele Wünsche unter einen Hut bringen: ,Steag, Evag, Stadtwerke, Telekom... Leider sei nicht alles vorhersehbar. An der Rodenseelstraße etwa war es eine defekte Gasleitung. Auch diese Straße sollte als Ausweichstrecke dienen, erneuert die Stadt doch auf den Hauptverkehrswegen in Steele die Fahrbahndecken, aktuell auf der Henglerstraße.

Immer mehr Straßen müssen erneuert werden

Auf lange Sicht wird dies nicht nur für Steele gelten. Viele Straßen sind 30 Jahre alt oder älter. Und über Jahre hat die Stadt zu wenig in den Straßenbau investiert. Nach Einschätzung der Verwaltung dürfte schon in zwei Jahren jede zweite Asphaltdecke sanierungsbedürftig sein.

Dass derzeit auf vielen verkehrswichtigen Straßen Baustellen zu finden sind, erklärt Schmitz aber mit einer festen Variabel: 2012, mit Beginn der Sommerferien, wird die A 40 für drei Monate gesperrt. Dann soll der Verkehr wenigstens im Stadtgebiet möglichst ungestört fließen.