Unbürokratische Hilfe für Behinderte

„Karl-Hohlmann-Haus“ steht in dicken Lettern über dem Eingang an der Rüttenscheider Straße 157. Seit über 30 Jahren leben hier Menschen mit Behinderungen, die sich normalerweise eine freie Wohnung im begehrten Rüttenscheid gar nicht leisten könnten. Das war auch die Idee des Initiators Karl Hohlmann, der lange Jahre Vorsitzender des Bürger- und Verkehrsvereins Rüttenscheid war. Mit großem Engagement und einer gehörigen Portion Hartnäckigkeit sammelte er damals das Geld für das erste barrierefreie Haus der Stadt.

Zehn Wohneinheiten sind so entstanden, die seitdem ununterbrochen vermietet sind. Das hat seine Spuren hinterlassen: Die Bäder müssten dringend renoviert, die Heizungsanlage und die Fenster erneuert werden. „Das können wir allerdings nicht alleine stemmen. Dafür brauchen wir neue Spender“, so Oliver Ottmann, der derzeitige Vorsitzende des Bürgervereins, der noch einen viel größeren Traum hegt: Wenn es nach ihm ginge, würde er in Rüttenscheid ein zweites Haus nach dem Beispiel Karl Hohlmanns errichten.

Denn der Bedarf ist groß, wie die Warteliste zeigt. Doch auch für die Realisierung dieses Wunsches bedarf es eines oder vieler potenter Spender.

Dafür muss der Verein, der bereits seit 1951 existiert, etwas mehr in die Offensive gehen. „Wir agieren eigentlich im Stillen, sprechen nicht so viel über unsere Arbeit“, sagt die zweite Vorsitzende Gabriele Reinders. Die Arbeit, das ist vor allem die allwöchentliche Bürgersprechstunde, in der der Verein als praktischer Ratgeber fungiert. Vor allem ortsrelevante Themen und Beschwerden werden, wenn möglich, schnell gelöst. „Wir verfügen über ein gewachsenes Netzwerk und einem kurzen Draht zur Verwaltung und den Stadtteilpolitikern“, sagt Oliver Ottmann.

Ein weiteres Engagement erfolgt über die eigene Stiftung Rüttenscheid, die Projekte für und mit Menschen mit Behinderungen fördert, die Comeniusschule oder den Verein für Kinderhilfe, aber auch eine Behinderten-Hockeymannschaft, unterstützt. „Wir sind gerade dabei, die Statuten der Stiftung zu verändern. Wir wollen in Zukunft auch gezielte Einzelhilfe ohne großen Vorlauf leisten“, so Schriftführer Jürgen Büring.

Neben der Rekrutierung von Spenden hat sich der Bürgerverein ein weiteres Ziel gesetzt: Neue junge Mitglieder sind vonnöten. 100 sind es derzeit, „aber wir brauchen frisches Blut“, sagt Ottmann. Jeder, der will, kann sich engagieren - ob passiv oder aktiv. So werden immer Menschen gesucht, die z.B. die im Karl-Hohlmann-Haus lebenden Rollstuhlfahrer bei kleinen Ausflügen oder beim Einkaufsbummel begleiten. „Denn unsere Mieter benötigen jede Unterstützung.“

 
 

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