Essen

Unbefristeter Streik an der Uniklinik Essen: Warum es bisher zu keiner Einigung kam

Immer wieder wird am Uniklinikum in Essen gestreikt.
Immer wieder wird am Uniklinikum in Essen gestreikt.
Foto: dpa

Essen. Überstunden. Personalmangel. Unzureichende Pflege. Wegen unzureichender Arbeitsbedingungen herrscht seit Monaten ein Tarifkonflikt am Universitätsklinikum Essen. Eine Lösung mit ver.di ist nicht in Sicht.

Kurzweilige Streiks und Verhandlungen führten bisher nur zum Stillstand anstatt zu Lösungen – jetzt geht der Streik in die Offensive: Seit Montag stehen laut ver.di um die 300 Mitglieder im "unbefristeten Arbeitskampf". 96,6 Prozent sollen sich zuvor für den Erzwingungsstreik ausgesprochen haben. Auch an der Düsseldorf Uniklinik sind zu Beginn der Woche rund 250 Mitarbeiter in den Streik getreten.

"Die Arbeitgeber haben es jederzeit in der Hand"

Die Forderungen lauten unter anderem 200 zusätzliche Pflegekräfte und angemessene Löhne. Als Grundlage der Verhandlungen dient der Tarifvertrag der baden-württembergischen Unikliniken.

"Die Arbeitgeber haben es jederzeit in der Hand, den Arbeitskampf zu beenden, indem sie mit einem substanziellen Angebot an den Verhandlungstisch zurückkehren", teilt Jan von Hagen, der bei ver.di-NRW für Krankenhäuser zuständig ist, mit.

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Kliniksprecher Thorsten Schabelon sieht das anders. "Wir wollen eine Lösung finden und haben bisher auch alles fristgerecht eingereicht." Von fünf geplanten Gesprächen habe ver.di jedoch das letzte abgesagt. " Wie wollten eigentlich Zahlen nennen." Dazu sei es bisher jedoch nicht gekommen.

Jeder weitere Tag des Streiks ist für Klinik ein Verlust, nicht nur finanziell: "Im Endeffekt geht es ja um die Versorgung der Patienten." Zufrieden Arbeitnehmer wären natürlich essentiel.

Rund 2000 Eingriffe und OPs seien nicht durchgeführt worden

Doch momentan seien sieben von 65 Stationen geschlossen. Laut Schabelon konnten seit Mitte Juni "rund 2000 Eingriffe und OPs" nicht durchgeführt werden. "Jeden Tag kommen mehr dazu."

Wann der Streik und die damit verbundenen Einschränkungen in der Klinik ein Ende hätten, sei noch nicht abzusehen.

Das Krankenhaus sei genauso an Lösungen interessiert wie ver.di – jedoch solle ein übergreifendendes Stufensystem zur Zufriedenheit von Arbeitnehmern und Patienten führen. Denn auch, wenn das Krankenhaus sofort 200 Stellen schaffen würde, bräuchte man wegen dem Mangel an Pflegekräften Zeit die Stellen zu besetzten. Schabelon: "Es wurden seit 2016 schon 150 Stellen neu geschaffen – 35 davon sind immer noch nicht besetzt."

Eine Hilfe soll in Zukunft die Digitalisierung des Krankenhauses darstellen. Anstatt mit Papierkram, könne das Personal mehr Zeit mit den Patienten verbringen.

Schabelon: "Das Ziel ist, dass die Pflegekräfte wieder mehr am Patienten sind."

>> Uniklinik Essen ist Deutschlands erstes „intelligentes Krankenhaus“

 
 

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