Essen

Umweltverbände: Essen hat sich den Titel „Grüne Hauptstadt“ erschummelt

Großunternehmen wie RWE, Steag oder Trimet sind wahre Dreckschleudern in Sachen CO2-Ausstoß. Deshalb hat die Stadt sie in der Bewerbung zur Grünen Hauptstadt aus der Bilanz rausgerechnet.
Großunternehmen wie RWE, Steag oder Trimet sind wahre Dreckschleudern in Sachen CO2-Ausstoß. Deshalb hat die Stadt sie in der Bewerbung zur Grünen Hauptstadt aus der Bilanz rausgerechnet.
Foto: imago
  • Großunternehmen wie RWE, Steag oder Trimet sind wahre Dreckschleudern in Sachen CO2-Ausstoß
  • Die Stadt hat sie in der Bewerbung zur Grünen Hauptstadt aus der Bilanz rausgerechnet

Essen hat sich das ganze Jahr als Grüne Hauptstadt Europas gefeiert. Den Titel bekam die Stadt auch deshalb, weil sie es schaffte, in den letzten Jahrzehnten ihren CO2-Ausstoß erheblich zu vermindern. Doch nun klagen Umweltverbände: Die Stadt hat möglicherweise geschummelt. Das berichtet der Westdeutsche Rundfunk.

Denn: Die CO2-Bilanz der Stadt sei unvollständig angegeben worden, so Rolf Schwermer vom Umweltbündnis „Fossil Free Essen“ gegenüber dem WDR. Es fehlen nämlich die Emissionswerte von einigen großen Unternehmen.

-------------------------------------

• Mehr Themen:

Die Grüne Hauptstadt Essen neigt sich dem Ende zu – Top oder Flop?

Essen, die fahrradfreundliche Stadt? Die steigenden Unfallraten sagen das Gegenteil

Alle jubeln über die Badestelle am Baldeneysee - darum ist das ziemlich übertrieben

-------------------------------------

Dazu gehört der Aluminiumhersteller Trimet, dessen Fabriken soviel Strom benötigen, wie alle Haushalte der Stadt zusammen. Auch die Schadstoffbilanzen von RWE und dem Kohlekraftwerkbetreiber Steag, beides Firmen, an denen die Stadt Essen beteiligt ist, hätten in die Bilanz eingerechnet werden müssen, so der WDR.

Dann betrüge der jährliche CO2-Ausstoß in Essen rund 27 statt der angegebenen 7,7 Tonnen pro Einwohner.

Auf Nachfrage erklärt das Essener Umweltamt, warum die Zahlen nicht mit eingerechnet wurden: Die konjunkturellen Schwankungen eines Großbetriebes würden den Verbrauch der Stadt überlagern. Dies könne nicht Sinn und Zweck einer Bilanz sein, so Amtsleiter Matthias Sinn gegenüber dem WDR. (ds)

+++++++++
Du willst immer wissen, was in Essen los ist? Dann klicke hier und hol dir den kostenlosen Essen-Newsletter von DER WESTEN.

 
 

EURE FAVORITEN